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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 2 · p. Seite 161

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 2
Article
Der Streit um den Moreh des Maimonides in der Gemeinde Posen um die Mitte des 16. Jahrh.
Date
1903-01-01
Page
Seite 161 (sequence 9)
Language
German
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Der Streit um den Moreh dos Maimonido3 in Pose». 1CI von Verona1), dessengleiehen an Frömmigkeit es keinen anderen mein* in Israel giebt, der sich in den babylonischen und jerusalemisehen Talmud vertieft hat, und der alle sechs Ordnungen der Mischnah wörtlich auswendig gewusst hak Jene Mischnajoth sind vor heute 880 Jahren geschrieben und zwar punktirt.a Es scheint, dass sich Joseph wol erst in Safet zum Textkritiker der Mischnah dadurch entwickelt hat, dass er in den Besitz jener alten Mischnah-Handschrift vom Jahr 702gekommen ist. Ob er ein besonderes Werk darüber geschrieben, oder nur in seinem Handexemplar die Lesarten und Emendationen angemerkt hat, ist nicht bekannt. Salomo Aldeni, der Schüler dos Chajjim Vital, hat die von Joseph hergesteliten Lesarten in seinen! 1622 abgefassten Mischnahkommentar מלאכת שלמה aufgenommen, und S. G-, Stern, der in seinem Vorwort zum בית הבחירה פירוש על פרקי אבות vom Menachem Mein all dies berichtet, hat daselbst am unteren Rande des Textes die Varianten des Joseph Aschkenasi zu אבות wiedergegeben2). Auch Joscph’8 Schüler Tewelo (Diminutiv für David) aus Jerusalem, hat dem Jomtob lappmann Heller zu einer Mischnah die Erklärung seines Lebrers mitgeteilt, welche Heller im תוספות יום טוב zu Poah 3, 1. anführt. Wenn Schlimmel Strassnifcz jedoch erzählt, da.cs der gefeierte, wie ein Abgott vorehrte Kabbalist Isaak Lurja, am Freitag Abend unseren Joseph zu besuchen pflegte, um mit ihm die Mischnah auswendig durchzunehmen, 80 wird ihn wol nicht bloss das ausschliessliche Interesse am Wortlaut der Mischnah hingezogen, sondern die mystische Gestimmtheit der beiden Männer mag dieselben ebenso sehr einander nahe gebracht haben. Möglich, dass der jüngere Lurja bei dem älteren Joseph, der wie die Posener Flugschrift darlegt, der Kabbaiah nicht fremd geblieben und dieselbe in Sätet doch gewiss nicht verleugnet haben dürfte, nach kabbalistischen IJeberlieferungen geforscht hat. Simson Back, 1) Offenbar ißt unser Joseph damit gemeint; Verona ist entweder ein Schreibfehler für Posna, wie Posen im Hebr. genannt wurde, oder Joseph hat einige Zeit in Verona verweilt, bevor er nach Palästina ging, zumal in jener Zeit ein lebhafter Verkehr zwischen Polen und Italien, auch soweit es die Juden betrifft, sich geltend gemacht bat, Kaufmann hat sie a. a. 0. S. 43 als ״Anhang״ noch besonders aufgeführfc, um sie mit den Lesarten seiner eigenen Mischnahhaml• schrift zu identifiziren. räonataaohrift, 47. J&brgfAnf. . XI

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