Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Streit um den Moreh des Maimonides in der Gemeinde Posen um die Mitte des 16. Jahrh.
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 160 (sequence 8)
- Language
- German
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160 Der Streit um den IToreh des Maimonides in Posen. ״dass Joseph Aschkenasi um jene Zeit in Safet lebte und der grosse Tamm (Mlschnahlehrer) genannt wurde, weil er die Mischnah stets in einer Kantilene vortragend studirte״ — wahrscheinlich um durch die Melodie den Wortlaut dem Gediichtniss besser einpriigen zu können. Dieser Joseph Aschkenasi ist nun mit unserem Posener Joseph idontisch, wie Schlimmei aus Strassnitz in seinem Brief, von Saphet Cliesohwan 5367 (= 1606) datirt und an den Verlasser der kabbalistischen Schriften יששכר und ,פ ה הי יה ־Jsaschiir Bcor, Sohn des Pethachjah Mose, aus Kromsier gerichtet, ausdrücklich bezeugt, indem er erzählt: ״In einer Sabbathnaeht geschah es einmal, dass Isaak Lurja den Joseph Aschkenasi, Schwiegersohn des seligen A 11 r o n1), L a n d r a b b i n e r s v o n P o s e u, in seinem Hause besuchte. Sie hatten dabei die Mischnajoth auswendig wiederholt, denn das war so immer seine Weise. Da begann mitten im Studieren das Lieht zu knistern und zu sprühen, wie wenn ein Licht iifs Wasser fällt, und dies dauerte etwa eine Viertelstunde. Nachdem sie ihr Studium beendet hatten und Isaak Lurja nach Hause gehen wollte, rief er den Abigdor, den Sohn des Joseph, heraus und fragte ihn: Wie befindet sich denn dein jüngster Bruder? Darauf antwortete er: Weshalb fragt der Herr! er schläft im Bett, worauf jener: Leider hat mir das Lieht verraten, dass er it» der tolgendon Woche sterben werde. Und so geschah es auch.“ Jedoch war Joseph 1582 nicht mehr unter den Lebenden, denn Simson Bak berichtet von ihm, freilich in einem Tone, wie man von einem kurz Verstorbenen spricht, und theilt seinen Verwandten von Palästina, wahrscheinlich von Safet aus, unter dem 13. Tamus 5342 (= 1582) ne־, ben anderem Folgendes mit2): ״Es sind hier Mischnajoth vorhanden im Besitz der Erben des göttlichen Tanna Joseph Gesell. u. W. d. J. (Jahrg. 42) 1898 S. 38 ff.: ״K Joseph Aschfcenas, der Mischnakritiker von Safot“. K. hat zuerst wieder auf diesen Miscluiakritikor hingewiesen und die hierauf bezüglichen Belege zusammengestellt, wobei hin und wieder in geringen Einzelheiten ein Irrthum mit unterlaufen ist. *) Das kann nicht — wie Kaufmann (a. a. 0. S. 40) vermuthen will — K. Ahron Benjamin ben Ckajjim sein, d. h. Benjamin Morawczyk, da dieser am 1631 gestorben ist, 1606 noch gar nicht in Posen existirt haben wird; überhaupt war er Oberrabbiaer nur in der Zeit von 1629—1631, was dochfjney mit Landrabbiner gemeint ist. * * 8) Kaufmann, in Luncz' Jahrbuch Jerusdem II, S, 145, Not. 1.