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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 2 · p. Seite 159

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 2
Article
Der Streit um den Moreh des Maimonides in der Gemeinde Posen um die Mitte des 16. Jahrh.
Date
1903-01-01
Page
Seite 159 (sequence 7)
Language
German
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Der Streit um den Moreh des Maimonales in Posen. l;Vj Zeug. Er sei hierin ernstlich zu verwarnen, da er ja keinen Lehrer gehabt, von dem er eine getreue Ueberlicferung überkommen hätte, wie er selbst dies öfters ausgesprochen und zugegeben hat. Wenn ersieh r ii 11 m t, dass der Prophet E 1 i a h i 11 m erschienen ist, so ist dies unwahr, es könnte dies allenfalls nur ein böser Geist sein. Wenn er irgend ein Buch gerade besitzt, aus dem er seine Weisheit schöpft und auf welches er sich ber uten will, so wäre dos doch nur die Meinung eines Einzel- ..Den, — Gedanken, die frei erfunden, aber nicht beglaubigt sind, keine XJeberlieferung (Ivabbahih), sondern willkürliche,' phantastische und falsche Anschauung. Sein Schwiegervater, der Oberrabbiner, wie die von Joseph gewonnene Clique, handeln vielleicht in gutem Glauben und lassen sich von Joseph aus Mangel an Kritik in’s Schlepptau nehmen; er selbst aber, der diese Agitation systematisch betreibe und im Geheimen unermüdlich wühle, werde vom Ehrgeiz gestachelt, nicht nur todte, sondern auch lebende Rabbinen an zugreif er!. Diirch seine Aeusserungen über die Sephiroth habe er sich verraten und durchblicken lassen, dass er Hintergedanken berge, und wer weiss, welche böse Absichten und Gesinnungen er heimlich noch im Herzen hege1)! Dieser letzte Ausfall zielt mit vergifteter Spitze und weist darauf hin, welch böse Erfahrungen man bereits mit jungen Kabbalisten gemacht hatte, aus denen schon öfters nicht ungefährliche Renegaten hervorgegangen waren, und das» man daher einer Kabbala h, die nicht auf einen zuverliissigen Lehrer zurückführte, mit grossem Misstrauen begegnete. Ein derartiger Vorwurf oder Verdacht war gegen unseren Joseph durchaus unberechtigt und unzutreffend und wurde von der Zukunft glänzend widerlegt. Ob seine Stellung in Posen infolge solcher Streitigkeiten unhaltbar geworden, oder ob sein Schwiegervater gestorben war, wir finden ihn schliesslich gegen 1570 zu Sufet (צפת) in Palästina als Joseph Aschkenasi wieder, wo er wegen seiner Frömmigkeit und talmudischen Gelehrsamkeit ein hohes Ansehen genoss, »ich namentlich einen grossen Ruf als vorzüglicher Kenner und Textkritiker der Mischnah erworben und sehr innige Beziehungen mit dem Schöpfer der neuen, alles überwuchernden Geheimlehre, Isaak Lurja, pflegte. David Conforte erzählt nämlich2) r, 1) ויש •לחוש על;מחשבה רעה נפתרת כלבך לדבר אתר. 2) קורא הדולות ed. Cassel 30 b. Vgl.' Kaufmann, Monatsachr. für

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