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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 2 · p. Seite 158

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 2
Article
Der Streit um den Moreh des Maimonides in der Gemeinde Posen um die Mitte des 16. Jahrh.
Date
1903-01-01
Page
Seite 158 (sequence 6)
Language
German
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15S Der Streit um den Moreh des Maimonides in Posen. er die meisten Wunder in subjective Erscheinungen auflöse und behaupte» dass die Engel, die dem Abraham erschiene□, nicht leibhaftig existiert hätten, sondern nur eine prophetische Vision gewesen seien, und dass die sprechende Eselin des Bileam als ein prophetisches Vorstellungsbild aufzufassen sei u. dgl. Schon vor Jahren hat Joseph in Prag solche ehrenrührige Sprache gegen eine ganze Zahl der hervorragendsten Rabbiner geführt, so namentlich gegen Moses Maimonides, Moses Xac hm a n i d e 8, den Fürsten Isaak Abarbanel, Isaak A r a m a, Schern tob h1), Abraham I h n E s r a, Bechaja den Aelteren, Bechaja den Jüngeren, G ö r s 0 11 i d e 8, David Kim ch i, Josef A 1 b o, Isaak Israeli den zweiten, Salomo Ibn Adretb, Jonah2), den Erklärer des Isaak Alfassi, den Gaon Saadiah, und ebenso auch gegen lebende Autoritäten3), theils weil sie sich auf philosophitfcheSpceulation eingelassen, theils und besonders, weil sie die talmudischen Ilaggadoth niclit buchstäblich aufgefasst wissen wollten, sondern sie in allegorischer Deutung auslegten. Schon damals in Prag hatte ihn der Verfasser des Flugblattes eindringlich verwarnt-, und als dies nichts fruchtete, habe er ihn vor die Collegien der talmudischen Hochschulen vorgefordert, welche ihm unter schweren Androbungcn ein derartiges Treiben streng untersagten, worauf er auch versprochen habe, es künftig zu unterlassen. Kaum war er jedoch nach Posen gekommen, als er seine Agitation gegen die grossen Geister wieder aufnahm, namentlich gegen M aimonides und seinen Moreh Stimmung machte, in den ungebildeten Kreisen sie herabsetzte vmd in der That sich dadurch einen Anhang schaffte. Dabei gesteht er selbst zu, dass er für diese Bücher niemals einen Lehrer gehabt und sich auch gar nicht gründlich in sie versenkt hat. Ausserdem g i e b t er sich gar für einen Kabbalistennus und spricht über die 10 Sephirotli allerlei verkehrtes *) Es ist dies wol Schein tobh ben Josef, der bekannte Comraentator des Moreh. ף Ist Jonah Gherondi; dass Joseph’sZorn gegen Männer, wie Salomo Ibn Adretb und Jonah Gherondi, sich richtet, beweist, wie schlecht es mit soinen literarhistorischen Kenntnissen stand, und wie oberflächlieh •er jene Autoren studirt hat, da er die genannten sonst als seine Gesinnungsgenossen hätte erkennen müssen, ובן אתם עושים לרוב הבכי ישראל וחסידיהם קצתם כבר מתו ואשי (° .המה חיים עדנה וכי

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