Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 2 · p. Seite 138

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 2
Article
Die Vorlesungen Ad. Harnacks über das Wesen des Christenthums
Date
1903-01-01
Page
Seite 138 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829768-2829771-2884427--31936-2884487
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

138 Die Vorlesungen Harnacks über das Wesen des Christenthums. Nach den von ihnen berichteten Wundern, der Belebung von Todten, der Heilung von Kranken, der Speisung von hunderten von Leuten mit wenigen Broden, "sind auch eine Anzahl Erzählungen über die wunderbare Wirksamkeit Jesu gebildet worden. Von den prophetischen Schriften hat er insbeson- . dere diejenigen des Jesaias in seinen Gedankenkreis aufgenommen. Ihnen, wie den Psalmen sind die Seligpreisungen, richtiger nach dem hebräischen ״ אשריHeils- Verkündigungen״ entnommen, in denen er gleich jenen den Glauben und die Hoffnung seine Jünger und derer, die ihm weiter folgen, stärkt und in zum Theil fastwörtlicher U ebereinstimmung mit ihnen ״den geistig Armen״, d. h. den an Herz und Geist Zerschlagenen und Gebeugten das Himmelreich und eine glückliche Zukunft, den Sanftmüthigen und Trauernden Trost, denen, ״die nach Gerechtigkeit verlangen״, Sättigung, den ״Barmherzigen״ Barmherzigkeit, denen die reinen ״Herzens״ sind und ״den Friedfertigen״ das ״Schauen Gottes״ denen, ״dieum der Gerechtigkeit willen verfolgt und geschmäht werden״, Freude und Lohn im Himmel verheisst.1) Seine Güte und Menschenfreundlichkeit tritt hell und warm in seinem Verkehre mit Sündern und Sünderinnen uns entgegen, sowie auch mit den Zölnern, die von den Volksgenossen zumeist gemieden wurden, weil sie als Juden sieb zu Schergen der Fremdherrschaft hergaben. Wegen ihrer vielfach ungerechten und gewaltsamen Forderungen wurden sie den Dieben gleich geachtet. Aber neben dem Triebe eines liebe- und verständnisvollen Herzens folgte er auch in dieser rettenden Thätigkeit den Lehren und Anregungen der heiligen Schrift. Alle Propheten haben nicht nur zur Busse und Rückkehr zu Gott gemahnt, sondern auch immer wieder verkündigt, dass jede Sünde gesühnt und vergeben werden könne. Insbesondere hatte Ezechiel ג) Vergl. Matth. 5, S mit Jesaias 57, 15. 61, 1. 66, 2. ״ Vers 4 mit Psalm 37, 11. ״ 5 ״ ״ Jes. 61, 2. 60, 20. ״ j ״ 6 ,י » öl, 1. Ps. 22, 27. ״ 7 ״ ״ Ps. 41, 2 vl Spr. Salom. 14, 21b sowie Talm. b. Sabb. 151b. » « 8 : .1 ,73 .7 ,11 .10 ,7 ״ ״ 9 ״ ״ n Jes. 52, 7. 54, 10. 13. * . * 10 מ u. 11. mit Jea. 51, 7. 11.־ > ׳

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.