Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Kritik des griechischen und massoretischen Buches Esther
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 7)
- Language
- German
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llfj Zur Kritik (16s griechischen und massoretischen Buches Esther. nicht ihre Hand“. .Nun i8t in LXX 9, 10 die Negation 0\>$7ל ausgelassen, 80 dass dort am Schlüsse nur §17ip7:a<jav, dagegen in 9, 15 ganz richtig: ouSsv 81vip~a׳;av steht. Jahn schliesst hieraus folgendes: ״Höchst instructiv für die Priorität der LXX ist, dass die Juden nach LXX bei ihrem Morden auch plünderten, was sie nach dem hebr. Text nicht thun;t rauben und plündern erschien den späteren Juden als zu gemein, und darum wurde die Negation hinzugesetzt. Jacob Z.f. A.W. X will in LXX 0vor 8t־/ip׳ira<7av einsetzen, es ist aber nicht zu begreifen, warum man die Negation gestrichen haben sollte; anders und mit II. übereinstimmend in dem wahrscheinlich später eingesetzten Vers 9, 15“. Also die Parallelstelle, die gerade beweist, dass gleichfalls in 9, 10 die Negation gestanden haben muss, ist sekundär. Origenes überliefert uns auch in 9, 10 die Negation aal sv 70׳t; <7x.’ja01; oüza7:2'7TS1}.av 7׳a; £5Tpa; auToiv. Hier hat Jahn angenommen, dass der hebr. Text abgeschwächt habe, und dass die wahre Rachsucht sich noch in LXX unverfälscht zeige. Dieses steht aber ganz im Widerspruch zu dem, was Jahn 811 ר gesagt hat: ״Nach LXX erhalten die Juden die Erlaubnis, nach ihren Gesetzen zu leben, einander zu helfen und mit ihren Feinden nach Gutdünken zu verfahren. Nach H. dagegen wird ihnen gestattet, sieh zusaminenzurotten, für ihr Leben einzustehen, zu vertilgen und zu vernichten alle Mannschaften von Yolk und Stadt, die sie bedrängen würden, Kinder und Weiber und ihre Habe zu plündern; weicher Text ist hier der urursprüngliche, und welcher der durch Rachsucht vermehrte und gesteigerte? Etwas Ueberladeneres als dieser Vers nach H. lässt sich kaum denken; oder meint man, dass LXX abgeschwächfc hat? Das lag wahrlich nicht im Charakter des nachmakkabäi8chen Judenthums“. Hierbei hat Jahn gänzlich übersehen, dass dieser ihm anstössige Wortlaut in H. 8, 111 aus dem Edikt des Haman genommen ist, das־ er (3, 13) gegen die Juden hat ergehen lassen. In LXX sind H. 3, 13 u. 8, 11 zu weitschweifigen Edikten umgearbeitet worden. Dieses alles beweist zur Genüge, dass die LXX des Esther״ buches den massorctischeu Text zur Grundlage hat, dass sie vielfach frei übersetzt, an manchen Stellen corruxnpiert ist, viele Zusätze enthält und manches ausgelassen, hat. Auch im grieeh. Danielbuch finden sich späte Zusätze. So sind hierin die Susannage&ohichte, das Gebet und der Lobgesang, sowie die Geschichte von Bel und dem Drachen nicht ur״