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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 2 · p. Seite 103

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 2
Article
Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
Date
1903-01-01
Page
Seite 103 (sequence 7)
Language
German
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Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeuiden. ]03 aus 2, 191> aut ein vorhergegangenes Verbot schliessen. Sollte aber 3, 34 wohl aut eine alte Verheerung Hinweisen, so würde das ja dem Gange der Verhältnisse sehr entsprechen, da doch, wie wir oben schon sehen, die eigentlichen Ruinen der Stadtmauer, wie der Stadt überhaupt, aus der Zeit Nabochodnozors herrührten1). Wenn Sellin ferner darauf hinweist, dass sie nicht drohten, die Gewalttat zu wiederholen, so hat er hier einfach übersehen, dass in all den von ihm citicrten Stellen überhaupt von keiner Drohung, sondern nur von Verachtung und Schmähung die Rede ist (Vrgl. 3, 35—37). In Neh. 4, 2 ist ebenfalls von keiner Drohung mit Worten die Rede2). Schliesslich noch ein Wort über die Geschichtlichkeit des Briefwechsels von 4, 7—23, Nicht bloss diejenigen Documente die etwas schmeichelhaftes für die Judäer enthalten, wie z. B. die Edicfce des Kyros (Esra 6, 3- 5), des Darius. (G, 6—14), des Artaxerxes (7, 11—26), sondern auch der Briefwechsel Esras 4, 7—23, hinter dem man doch alles eher als Tendenz suchen sollte, ist von vielen Exegeten, wie G r a e t z, W e 1 1 h a u 8 c n, Kosters, M a r q u a r d und W inckler als tendenziöse Fälschungzurückgowiescn worden. Die Motive dieser Zurückweisung sind folgende : 1. Dio Mitteilung, dass Assurbänipal Oolonisten nach Samaria verpflanzt habe, ist historisch schlecht verbürgt, Ferner steht sie, selbst wenn sie bewiesen wäre, nach der hier gegebenen Darstellung in Widerspruch mit II Kön. 17, 24, denn der Schreiber schliesst hier jede andere Colonisation, ausser der des Assurbanipal, vollständig aus. 2. Die lange Namenliste (4, D) erregt Verdacht. Der Verfasser scheint hier nur zeigen zu wollen, dass die Samn• ritaner ein Mischvolk sind. Ferner sind die Völkernamen "אפרסכיא" und *אפרסיא» einfach aus den Beamtennamen "אפרסכיא« in 5, 6. 6, 6 entnommen. 3. כנותהוך* bedeutet wörtlich ״Amtsgenosse“ und ist hier fälschlich in dem Sinne von - ״Gefährten“ gebraucht (V• 9)._. 1) Jerem. 38, 8 und II Köd, 23. 10 wollen nicht besagen, dass die Chaldäer die Stadtm3uer dem Erdboden gleichgeraacht haben. Das haben die Römer ßpäter auch nicht getan und ist auch sonst bei Städteeroberungen fast nie der Fall gewesen. 2) Mit diesen Einwürfen gegen Sellin werden auch sämtliche Gegenbeweise Kosters (Wiederherst 59) durchaus hinfällig.

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