Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 6)
- Language
- German
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102 t)ie Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden. Esra 4, 7—23 geht nur hervor, dass die Judäer mit den* Mauerbau begonnen haben. Von einer Fertigstellung oder auch nur von einer Entwickelung des Mauerbaues ist in der genannten Quelle nichts zu finden. Zu II. Meyer bemerkt hierauf mit Recht: ״Man sollte doch Nein eine solche Dummheit nicht Zutrauen1). In welcher Absicht sollte Neh. den König an das Verbot erinnern? Musste er nicht vielmehr froh sein, dass der König selbst nicht darauf zu sprechen kam? Zu III. Wenn man nun mit Sellin annimmt, dass diesem Unternehmen keine Einstellung des Mauerbaues vorangegangen sei, bleibt es denn nicht ebenso auffällig, warum er dieses so heimlich getan habe? Ein Unternehmen, für das man mit einem königlichen Ferman ausgestattet ist, soll doch frei und offen ausgeführt werden. Eine freudige Publicierung wäre hier, nachdem die Bewohner Jerusalems seit Jahren gerade unter dem Mangel von Schutzmauern zu leiden gehabt hatten, ebenso natürlich als im Falle der Annullierung eines bisherigen Befehles (1, 3. 2, 17). Die Geheimhaltung seines Unternehmens geschah vielmehr, wie wir oben gesehen haben, daruni, damit die mit den Samaritanern befreundeten und verschwägerten reichen Judäer ihm nicht gleich von vorneherein Hindernisse sollten in den Weg legen können (2. 15—162j. Zu IV. Dass aus all den genannten Stellen in keiner Weise hervorgeht, dass dieses Unternehmen den Samaritanern neu war, wird jeder sofort erkennen. Eher^lässt sich י) König (Einl.) sagt, ״die Beseitigung des damals remeldeten Unglückes wird als etwas vom König zu erbittendes betont (Neh. 1, 11; und wenn die Beseitigung des Unglück* s von einem neuen, allerdings schon früher (Esra 4, 12) für möglich gehaltenen aber doch divergierenden Zugeständnisse des Königs abhängig war, erscheint auch das voll erklärlich, dass die Gewährung der von Xeh. an den König gerichteten Bitte, als etwas überaus grosses dargeßtelit ist (Neh. 2, 4—8)״ Vgl. auch Bertholet (Marti) S. 19 Anmerkung, so auch Neh. 1, 11 b ."והצליחה. נא ותניני לרחמים לפגי האיש הזה" '2) Dass die politischen Behörden Jerusalems in dor vornehemianischen Zeit nicht vom Ideale Esras durchdrungen waren, beweist Neh. 5, 15, sehr deutlich. Neh. scheint keinen Pascha in Jerusalem vorgefanden zu haben, da er nichts davon erwähnt. Manche Gelehrte nahmen an, daas Jerusalem in der vornehemianischen Zeit überhaupt keinen eigenen Pascha hatte, sondern unter dem Pascha Samariens, der in Jerusalem seine Vertreter hatte, gestanden habe. Es sind dies wahrscheinlieh die 'סננים׳• von Neh. 5, 17. (Vrgl. auch Neh. 11, 24. Esra 4, 17).