Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1902)
- Article
- Zwei jüngst edirte Schriften des Berachja Hanakdan
- Date
- 1902-11-01
- Page
- Seite 545 (sequence 10)
- Language
- German
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Zwei jüngst edirte Schriften des Beiachja Hanaktlan. 545 nicht uninteressanten Ergebniss, durch welches auch die Behauptung widerlegt wird, dass Berachja die Uebersetzung Josef Kimchi's nicht benutzt habe. Die Excerpte aus der Einleitung und der ersten Pforte der Hrzpfl, stimmen ziemlich genau mit der Uebersetzung Jehuda Ibn Tibbons überein, während die Excerpte aus den anderen Pforten durchweg, und zwar in beiden Schriften, einen von dem Tibbon'schen abweichenden Text darbieten. Nun hat Jehuda Ibn Tibbon nach seinem Bericht in der dem ganzen Werke vorangehenden Vorrede auf Veranlassung des R, Meschullam zuerst nur die erste Pforte (שער■ הראשון שהוא שער היהוד) und vermuthlieh auch die Einleitung und erst später, wie er in dem der zweiten Pforte vorangehenden Vorwort — in den neueren Ausgaben ist dieses weggelassen — mittheilt, im Aufträge des R. Abraham ben David auch die anderen Theile des BachjVschen Werkes übersetzt. Inzwischen hatte, nach der Mittheilung Tibbons im zweiten Vorwort, Josef Kimchi für R. Meschullam eine mit der zweiten ].Torte beginnende Ueber- Setzung der Hrzpfl. angefertigt, die er später durch eine eigene Uebersetzung auch der ersten Pforte ergänzte. Es circulirten demgemäss die Herzenspllichten in drei verschiedenen Gestalten: 1) die erste Pforte nach Tibbon's und die anderen Pforten nach Kimchi’s Uebersetzung, 2) die vollständige Uebersetzung Kimchis und 3) die vollständige Uebersetzung Tibbon’s. Offenbar hat also Berachja die erstgenannte Version benutzt, d. h. die erste Pforte in der Tibbon'schen und die anderen Pforten in der Kimchi'sehen Uebersetzung, so dass uns durch ihn aus der Kimchi'schen Uebersetzung, von der wir bisher nur ein kleines Fragment besassen, eine grössere Anzahl von Excerpten erhalten sind. Ausser den genannten Schriftwerken wird noch ein Vers aus einem Gebete Gabirols citirt (S. 107), das der Herausgeber bei M. Sachs, die religiöse Poesie der Juden in Spanien (Hebr. Text S. 8) hätte abgedruckt finden können. Von Citaten aus nichtjüdischen Schriftstellern ist das bereits erwähnte und wahrscheinlich aus Adelard von Bath stammende (S. 41) zu verzeichnen und ein Spruch des Aristoteles, für den Berachja auf ein ספר החכמה hinweist (S. 111) und der sich auch in der, unter dem Titel מוסרי הפילוסופים bekannten Spruchsammlung des Honein ibn Ishak findet (vgl. ed Loewenthal, Frankfurt a. M. 1896, S. 27). Das ספר המצרף enthält eine grosse Reihe von Excerpten^