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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-11-01 · Heft 11-12 (November 1902) · p. Seite 542

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 11-12 (November 1902)
Article
Zwei jüngst edirte Schriften des Berachja Hanakdan
Date
1902-11-01
Page
Seite 542 (sequence 7)
Language
German
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542 Zwei jüngst edirte Schriften des Berachja Hanakdan. darien in Semitic Studies, Anhang) sie für unsicher erklärt. Wir gLauben jedoch mit Gollancz, dass aller Wahrscheinlichkeifc nach Südfrankreich als die Heimat Berachja’s an- Zusehen sei, wofür seine litterarischen Beziehungen und besonders die vermuthlich auf persönliche Bekanntschaft beruhende Verbindung mit R. Meschullam aus Lünel sprechen. Gehen wir nun auf die beiden jüngst edirten Schriften etwas näher ein. Berachja war nichts weniger als ein origineller Geist. Seine litterarische Thätigkeit beschränkte sich, wie wir gesehen haben, neben seinem Berufe als Punctator, im Wesentlichen auf die Uebersetzung oder Bearbeitung von Werken anderer Autoren, unter denen er in anerkennenswerther Weise auch die von Nlchtjuden berücksichtigt hat. Wie aus einer auf die Bearbeitung von Adelard von Batfcfs Quaestiones naturales bezüglichen Bemerkung hervorgeht, scheint ihm dabei die Absicht vorgeschwebt zu haben, diese Werke durch die Beseitigung des dem jüdischen Leser Anstössigen (S. 41 ״(ואני טהרתים מיד בני *בכר -ושמתים בספר auch dem Kreise seiner Glaubensgenossen zuzuführen. Die beiden hier zur Veröffentlichung gelangenden Schriften entbehren aber in noch höherem Maasse als die bisher bekannten jeder selbständigen litterarischen Bedeutung. Die erste . und umfangreichere (S. 1—115 des hebr. Textes) führt den Titel ספר החיבור, was der Herausgeber mit ״Compendium“ wieder-׳ giebt, wofür aber doch wohl sinngemässer ״Buch der Collectaneen“ zu setzen wäre. Die zweite (S.111 — 153 d. hehr .Textes) führt den Titel ספר המצרף, was nach der eigenen Erklärung des Verfassers (S. 111) ״Buch der. Erläuterung“ bedeutet. Ich kann nicht finden, dass die zweite Schrift, was ihren litterarischen Werth und die Selbständigkeit der Darstellung betrifft, sich von der ersten so sehr zu ihrem Vortheil unterscheide, dass man sie ans diesem Grunde mit dem Herausgeber als ein gereifteres Product einer späteren Periode der litterarischen Thätigkeit Berachja’s zuweisen müsste. Beide Schriften sind ihrem überwiegenden Inhalte nach Sammlungen von Excerpten, die neben der Bibel und der talmudiseh-rabbiniscben Literatur vorzugsweise den Werken der älteren jüdischen Religionsphilosophen entnommen sind, nur mit dem Unterschiede, dass diese Excerpte . im ספד המצרף nach gewissen Rubriken geordnet sind, während Berachja dem ספר החיבור bis zum Kapitel CVII (S. 1—94) das religionsphilo־ sophische Werk Saadia's zu Grunde legt, indem er, der

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