Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1902)
- Article
- Zwei jüngst edirte Schriften des Berachja Hanakdan
- Date
- 1902-11-01
- Page
- Seite 541 (sequence 6)
- Language
- German
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Swei jüngst edirte Schriften des Beraebja Hanakdan. 541 Veranstaltung einer solchen Compilation zu rechtfertigen versucht hat, fährt er fort: ולבעבור כי זולתי כחפצי לא יעתיקנו ,1שלחתי אגי את ידי ואכתבנו וכי• Das heisst doch wohl: ״Da ein Anderer eine meinen Wünschen entsprechende Uebersetzung anzufertigen nicht im Stande war, habe ich mich daran gemacht, es zu schreiben und alles Dunkle und Verborgene in Kürze zu erklären״. Danach würde Berachja sich selber als den Uebersetzer der aus dem Werke Saadias excerpirten Stellen bekennen, deren. Uebereinstimmung mit der uns be* schäftigenden Paraphrase keinem Zweifel unterliegt. Das Wort הערציק kommt freilich bei mittelalterlichen Schriftstellern auch in der Bedeutung: abschreiben vor (Zunz, Ges. Schrift. HI, S. 65 fg.). Aber dass es Keinen gegeben habe, der ihm das Saadianische Werk nach Wunsch hätte abschreiben können, das wäre doch eine sehr sonderbare Begründung der von ihm unternommenen Arbeit. Der Herausgeber, der die Schwierigkeit gefühlt hat, giebt die Stelle in seiner Uebersetzung wie folgt wieder: ״And since. possibly no one might compile it to my satisfaction“ etc.; allein er hat den Kachweis nicht geführt, dass העתיק in der jüdischen Litteratur jemals in der Bedeutung: compiliren vorkomme. Ich weise zudem noch darauf hin, dass Berachja selber in dieser Schrift das Wort העתיק in der Bedeutung: übersetzen gebraucht. So heisst es S. 46: עם מה שלמדתי אני ברכיה מחכמת הספר שהעתקתי מלשון הגוים אל לשוניגו. S. 47: כל אלה ביגותי מחכמת היוונים אשר העתיקום הגוים וכח. Dem aufmerksamen Leser wird sich auch die Wahrnehmung aufdrängen, dass Berachja an den Stellen dieser Schritt, wo er selber das Wort ergreift, sich in einem ähnlichen, die Präcision des Gedankens fast erstickenden Wortschwall ergeht, der für jene Paraphrase so überaus charakteristisch ist. Sollte er damit nur beabsichtigt haben, den Stil seiner Vorlage festzuhalten? Ich gestehe, für diese Schwierigkeit keine einigermassen einleuchtende Erklärung geben zu können. Was die Heimat Berachja’s betrifft, so hat sie Zunz (Zur Gesch. und Literatur, S. 117) nach Val Drome in Burgund, Josef Jacobs (The fables of Aesop as first printed etc, Londres 1889) nach England und Gross (Gallia Judaica S. 180 fg.) nach Dreux im nordwestlichen Frankreich verlegen wollen, während Steinschneider an der Stelle, wo er sich zuletzt eingehender mit diesem Gegenstand beschäftigt (Hebr. Uebers. S. 961, vgl. die Abhandlung über die Lapi- 34*