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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-11-01 · Heft 11-12 (November 1902) · p. Seite 540

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 11-12 (November 1902)
Article
Zwei jüngst edirte Schriften des Berachja Hanakdan
Date
1902-11-01
Page
Seite 540 (sequence 5)
Language
German
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540 Zwei jüngst edirte Schriften des Beraclija Hanakdan. religionspbilosopliischen Schrift des Abraham Ihn Daud. Von Gabirols ״Lebensquelle“ sehen wir ab, da dieses sich in rein metaphysischen Abstractionen bewegende Buch dem Interessenkreise Berachja’s fernlag. Dass aber ein Buch wie der Cusari des Jehuda Hälevi, das ihm für seine’compilatorischen Arbeiten ein so reichhaltiges Material dargeboten hätte, von Berachja unbenutzt geblieben ist, dafür kann es in der That kaum eine andere Erklärung geben, als dass ihm das arabische Original nicht zugänglich, eine hebräische TJebersetzung aber zur Zeit, als er die beiden jetzt vorliegenden Compilationen verfasste, noch nicht vorhanden war. Wenn diese Beweisführung richtig ist, so würde sich daraus ein neues Argument für die Annähme ergeben, dass die literarische Thätigkeit Berachja’s ungefähr in die Mitte des zwölften Jahrhunderts falle. Da nämlich Jehuda Ibn Tibbon’s TJebersetzung des Cusari in mehreren Handschriften das Datum des Jahres 1167 trägt, so könnte die Entstehungszeit unserer beiden Compilationen nicht über das Jahr 1170 hinausgerückt werden. Einem so gewichtigen Argumente gegenüber, wie dieses, dass Berachja aller Wahrscheinlichkeit nach des Arabischen unkundig war, wird sich die Annahme, dass er der Yerfasser der Paraphrase des Saadianischen Werkes gewesen sei, allerdings kaum aufrecht erhalten lassen. Wir glauben aber dennoch zwei dieser Annahme günstigere Momente hervorheben zu müssen, deren Würdigung und Bewerthung wir dem Leser überlassen. Ganz zufällig ist es doch wohl nicht, dass sich sowohl in der Nr. 769 der Bibliothek zu Parma wie in der Nr. 42 der Münchener Staatsbibliothek diese Paraphrase mit Schriften Berachja’s vereinigt findet. Die Schreiber dieser Manuscripte wenigstens müssen Berachja mit der Paraphrase des Saadianischen Werkes in irgend welchen Zusammenhang gebracht haben. Das mag sich aber vielleicht noch daraus erklären lassen, dass sie ihn als Excerptor dieser Paraphrase kannten. Erheblicher erscheint mir das zw7eite Moment, das mich auf die oben bereits citirten Worte aus der Einleitung zu der ersten der hier edirten Schriften zurückführt. Nachdem Berachja als die Quelle dieser Compilation in erster Reihe das Werk Saadia’s und daneben auch die Werke anderer hervorragender Autoren bezeichnet (אשר אני הצעיר והנבזה אצלתי מחבור האשל הגדול הגאון רבנו סעדיה ז״לאשר מצאה בקן ידו בגבורת השכל ומחבור שאר הגאונים אשר קמו אחריו וחברו ספרים בעלותם במדרגות החכמה ובמעלות המזמה להאיר עיני השארית הנמצאה) und die

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