Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1902)
- Article
- Geschichte des Achtzehngebets
- Date
- 1902-11-01
- Page
- Seite 526 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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526 Geschichte des Achtzehngebets. Abend und Morgen, die andere נחם für Minchah; im Mittelalter (Maim. Semag Geb. ed. Yen. S. 100) hatte man nur noch die Fassung רחם. In unser in Siddur, wo das Stück nur noch zu Minchah üblich ist, beginnt es נחם, ebenso im Seph. Der älteste Text dafür findet sich j. Be1\ IV, 3 (8 a), mit Germ, übereinstimmend lautet der Text bei A. G. Der heutigen im Germ, und Seph. fast übereinstimmenden Fassu.ng kommt diejenige bei Maim. nahe. 16. Die sechzehnte Benediction, Tefilla genannt (Meg. 18 a), schliesst die Bitten ab, indem sie die vorhergehenden und alle sonstigen Bitten vereinigt in der einen um Erhörung der Gebete. Auch sie hat einen nationalen Schluss, der ursprünglich wahrscheinlich allgemein gehalten war, so hat A. G. und noch jetzt Seph. כי אתה שוט׳ תפ׳ כל פה. Der Text ist bis auf geringfügige Abweichungen, wie z. B. das Fehlen von חום in A. G., Abdr., sowie von ומלפניך bei Maim., in allen Quellen derselbe1), ein Zeugniss für die frühzeitige Entstehung desselben. Vor die Worte כי אתה שומע kann nach der alten Regel der Einzelne alle Bitten, die er in der Tefilla noch nicht genügend ausgedrückt findet, einschalten. Die wichtigste der hier gebräuchlichen vielen Eiu־־ Fügungen ist diejenige von ענינו an Fasttagen (ob. S. 437). Im Talmud wird das Stück wiederholt תפלת תענית genannt (Taan. 11b); der Text findet sich schon j. Ber. IV, 3 (8 a) und ist dort als Einzelandacht an jedem öffentlichen, allgemeinen Unglück, infolgedessen ein Fasttag eingesetzt werden kann, bestimmt. Die Fassung gleicht Am Ganzen schon der unsrigen, im Einzelnen sind freilich eine Anzahl Abweichungen vorhanden; mit diesem Text stimmt überein, was Aruch s. v. קבל citiert; Maim.’s Text hat Verschiedenheiten gegen beide. Mit der 17. Benediction beginnen die drei letzten der Tefillaljf. Der Talmud vergleicht den Betenden an dieser Stelle mit dem Knecht, der von seinem Herrn Lohn empfangen hat (Ber. 34 a) und ihn nun mit dem Gelöbniss der Treue und dem Ausdruck des Dankes verlässt. Auch diese Eulogieen enthalten Bitten, aber sie verstossen nicht gegen die Vorschrift, dass Bitten . nur in den mittleren Theif gehören; denn diese Bitten richten sich nicht auf Bedürfnisse der Menschen, sondern bezwecken den Preis und Ruhm des göttlichen Namens. Die 17. Ben. עבודת ist die älteste in der Tefilla. Die Priester des Heiligthums flehten in ihr im Verein ב) Bei Saadja erweitert . * . ברחמים את וזפלתנו ומלא ברחמיך הרבים כל משאלות לבנו.