Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1902)
- Article
- Geschichte des Achtzehngebets
- Date
- 1902-11-01
- Page
- Seite 524 (sequence 12)
- Language
- German
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524 Geschichte des Achtzehngebets. dass man sich bemühte, die etwa anstössigeu Stellen zu beseitigen oder zu ändern1). Die Benediction begann Ursprunglieh ולזרים ולמינים und schloss mit מכניע זדים (So nach Eschkol und Schib. Lek.). Wahrscheinlich setzte man schon in alter Zeit an den Anfang 2ולמשומדים) (Zunz G־. V>2 380) oder ולפושעים, noch später gar, als man sich des Ursprungs nicht mehr bewusst war, oder einem Angriff der Christen abwehren wollte, das ganz allgemeine 3ולמלשינים). In unserer Fassung heisst es weiter statt מינים ebenfalls nur ganz allgemein וכל עשי רש', jedoch hat sich die ältere Form im Seph. erhalten, Maim. hat hier אפיקורסים. In der ältesten Fassung geht es weiter וכל אויבי עמך oder wie bei 1. G. וכל אויבינו was im Germ, und im römischen Siddur in das farblose ובלם geändert ist4), und bei Maim. fehlt. Die letzte Bitte richtete sich gegen מלכות זדון (so Saadja und noch bei Maim.), ursprünglich eine Bezeichnung des römischen Reiches, und gab dem Wunsche der Vernichtung durch Häufung scharfer Worte deutlichen Ausdruck. Schon A. G. hat jedoch dafür עשי זדון. Gegenwärtig heisst es statt dessen זדים, wodurch die älteste Bezeichnung wieder hinein gekommen ist, nur sind die Verba im Seph. noch vermehrt. Am Schluss hat schon Schoch. Tob שובר אויבים, dieses mit dem ursprünglichen vereint dient seit A. G. allgemein als Schluss dieser Ben., nur dass dieser, Saadja und Maim. שר רשעים lesen. 13. Die dreizehnte Benediction על הצדיקים oder ברבת צדיק׳ (Chan, zu Meg 17 b) enthält im Gegensatz zur vorhergehenden die Bitte für die Frommen und Verdienstvollen in Israel, sowie die aus aufrichtiger Liebe zum Judenthum bekehrten Heiden. In die Bitte waren schon in der ältesten Zeit eingeschlossen זקנים und גרים. Sie schloss מבטה לצדיקי׳ 1) Aus diesem Grunde fehlen die betreffenden Worte auch in dem Machsor, das unserer Ausgabe des Machsor V. zu Grunde liegt. 2) Nach Zunz, Ritus S. 39 hatten 6s der castilische Siddur und A. G, ebenfalls, in ed, Warschau ח heisst es jedoch ולמלשינ׳. Hingegen haben Saadja und der Siddur von Jemen למשומדים. Desgl. das. Sefer Chassidim (ed. Berlin) Nr. 511 p. 146. Bei Abdr. fehlt in den Ausg. diese Ben. ganz, alte Fassungen derselben sind bei Baer einzusehen. So finden wir auch המיני והמשומדים in S. Olam r. cap. III (Jalkut zu Jes. 66, 28 ed. Venedig) Exod. rab. sect. 19; המינים והמוסר׳ auch im Ritus von Jemen Nr. 374. 3) So geistreich die Erklärung (Derenbourg. Essai), מלשינים sei aus מינים durch Einschiebung zweier Buchstaben ל״ש entstanden, auch sein mag,, erscheint sie mir höcht unwahrscheinlich. מלשינים bedeutet auf ganz gut hebräisch Yerläumder (vgl. Spr. 30, 10) und ist analog dem taimud. מסורות oder דילטורין. *) s. Chassidim 1.׳ c. las noch וכל אויבי עמך.