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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-11-01 · Heft 11-12 (November 1902) · p. Seite 523

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 11-12 (November 1902)
Article
Geschichte des Achtzehngebets
Date
1902-11-01
Page
Seite 523 (sequence 11)
Language
German
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Geschichte des Achtzehngebets. 523 (Megilla 17b). Die Bitten um materielle Güter sind erledigt, und das Gebet wendet sich den Bedürfnissen der ganzen Nation zu, deren erstes die Sammlung aller zerstreuten Glieder derselben ist. Das Stück lehnt sich an die Prophezeiungen Jes. 27, 13 und 11, 12 an. Der Schluss lautete in Palästina ursprünglich 1מקבץ נז־־־רד יש׳) (j. Ber. 5a) ebenso im Eschkol; im Schoch. Tob jedoch נדחי עמו ישראל, ebenso im A. G., Y. Maim. Am Schl(18s der Bitte fügt der Seph. wie A. G , Y. und Maim. לארצנו hinzu2), ושא נס מהרה לקבצנו liest Saadja. 11. Die elfte Benediction hat keinen besonderen Namen, sie wird gewöhnlich nach ihrem Anfänge benannt (Meg. 17b), nur im Comment. des R. Chananel findet sich dafür ברכת משפט. Es ist die zweite Bitte nationalen Inhalts und fleht um gerechte Rechtsprechung durch Gott gegenüber dem herrschenden Zustand der Gewalt und des Unrechts. Sie knüpft an Jes. 1, 26 an und schiiesst מלך אוהב צדקה ומשפט (Ber. 12 fa) oder (vielleicht in Palästina?) אוהב צדקה וכף Ps. 33, 3 (Schoch. Tob., Eschkol vgl. Abdr. and Schib. Lek.) In derselben Fassung wie im Germ, ist der Text schon im Y.3); A. G., Maim. haben am Schluss statt וצדקנו die Worte בצדק ובם׳, Seph. vereinigt beide Fassungen. Während der zehn Busstage wird der Schluss ■geändert in המלך המשפט, was sprachlich eine Analogie hat Jos. 3, 14. 8, 11 (vgl. . Raschi zu Ber. 12 b), Saadja bricht nach בבתהלה ab, die Worte והפר טמנו ינון ואנחה, d!e den Zusammenhang unterbrechen, scheinen in der That nicht ursprünglich zu sein. 12. Die zwölfte Benediction ברכת המינים (Ber. 28 b und ob.) ist durch R. Gamliel in Jabneh als Prüfstein für Judenchristen verfasst worden (לס. S. 352 ff.) und erfleht die Bestrafung der Ketzer durch Gottes Richterspruch, הכנע קמינו lautet ihre älteste Inhaltsangabe in j. Ber. 4 d. Gerade diese Benediction hat im Laufe der Zeit die meisten Aenderungen erfahren müssen; der unbegründete Vorwurf, den schon Justinus Martyr den Juden machte, dass sie in den Synagogen dreimal täglich den Stifter der christlichen Religion verfluchen, ward natürlich im Wechsel der Jahrhunderte noch unendlich oft gegen sie erhoben, so ל Dasselbe lag dem Targum der Amidah (Monatsehr. 39, S. 88) vor. Diese echt -biblische Wendung (Jes. 56, 8) bildet einen Beweis gegen Derenbourgs Theorie von den Euloghen in zwei Worten. 2) Im römischen Siddur ist der Passus והבצנו , bis לארצנו, eingeklammert. 3) Rach R. Jeohiel Aschen enthie't V, die auf Alfasi zurückgebende Eulogie האל המשפט; danach scheint man in der Provence nicht המלך המשפט gesagt zu haben. Ygl. Tur Or. C11. 118. Monatsschrift, 46. Jahrgang. 33

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