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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-11-01 · Heft 11-12 (November 1902) · p. Seite 521

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 11-12 (November 1902)
Article
Geschichte des Achtzehngebets
Date
1902-11-01
Page
Seite 521 (sequence 9)
Language
German
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Geschichte des' Achtzehngebets. 521 zu Ps. 29, 2. Der Text ist im Germ, und Seph. gleich, in den alten Quellen, im Siddur Saadjas, wie V. und Maim. ist jedoch noch ודבקינר במצותיך eingeschaltet•, Saadja hat danach auch noch hinter וקרבנו לעב׳ die Worte כי פשענו. 6. Die sechste Benediction סליחה (Meg. u. j. Ber. ibd.) schliesst sich, inhaltlich unmittelbar an die vorherige an. Der Anfang פלח לנו ist schon durch j. Ber. bezeugt, der Schluss der Bitte lautet in den alten Quellen A. G., Maim. und so noch im Seph. בי אל טוב ופלח אתה wie er auch bei uns gebräuchlich ist, wenn wir Selichot einschieben, im Y. כי אל מלך מוהל, im Germ.כי מוחל וכר. Die Eulogie lautet im Midrasch zu Ps. 29, 2 חנון המרבה לסלוח, ebenso bei A. G. und Maim. Die älteste Form der Eulogie überliefert der paläst. Talmud (Rosch hasch. IV, 6) mit המרבח לסלוח, so ist die Formel auch im Eschkol (I, 19) erhalten. Daraus jedoch zu schüessen, dass ursprünglich alle Eulogieen nur aus je •zwei Worten bestanden, und erst später erweitert wurden1), ist bei der guten Ueberlieferung des Achtzehngebets und der Anzahl entgegenstehender Eulogieen nicht angängig. 7. Die siebente Benediction גאולה (ebda.) bildet einen Fortschritt und bittet nach der Busse und Verzeihung auch um weltliche Erlösung. Das Stück baut sich auf biblischen Bitten auf und vereinigt die Anfänge von Ps. 119, 153 ראה עניי und 154 ריבה ריבי וגאלני mit dem ähnlichen Vers Jer. 50, 34, nur dass, wie es in der Tefilla üblich ist, die Verse in die Pluralform umgesetzt wurden (vgl. oben S. 845 f.). Der Grundtext ist überall derselbe, ein Zusatz ist im Siddur Saadjas und Maim. ודן דיננו, im Sepb, ודן וגא׳ גאולה שלמה. Der Schluss lautet schon (b. Pesachim 117 b, j. Ber. II 4), Schocher Tob (a. a. O.) גואל ישראל. An Fasttagen schaltet der Vorbeter hier ענינו ein 11. schliesst mit der besonderen Eulogie העונה. בעת צרח (vgl. weiter S. 596). 8. Die achte Benediction heisst רפואה (ibd.) ברכת הולים (Ab. Sar. 8 a, vgl. Rosch. Hasch. 16 a) oder nach ihrem alten Schluss 2רופא הולים). Es ist die erste Bitte um ein mehr materielles Gut, entsprechend den vorhergehenden um Heilung des Geistes und der Seele, die Bitte um Heilung des Körpers. Zu Grunde gelegt wurde das Gebet des Propheten Jerem. (17, 4), nachdem es in die Pluralform gebracht war. Der Schluss bezog sich, wie oben angegeben, ursprünglich auf 1) R. E. J. XIV, p. 32. 2) j. Ber. II 4, 4d unten und 5 a.

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