Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1902)
- Article
- Geschichte des Achtzehngebets
- Date
- 1902-11-01
- Page
- Seite 517 (sequence 5)
- Language
- German
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Geschichte des Achtzehngebets. 517 mit Erwähnung derselben scbliesst. Die wiederholte Betonung des Dogmas der Auferstehung ist hier zu auffallend, um zufällig und unbeabsichtigt zu sein. Sie ist eine pharisäische Einrichtung zur Abwehr der sadducäischen Leugnung der Lehre Ton der Wiederbelebung der Toten und jedenfalls während oder nach der Regierung Johann Hyrcans, als der Kampf der Parteien am heftigsten tobte, in die Tefilla eingeführt worden. Ursprünglich war die Benediction sicherlich kurz, betonte Gottes Allmacht und Hilfsbereitschaft ganz im Allgemeinen und schloss mit einer Eulogie allgemeinen Inhalts, die etwa האל הגבור lautete1). Allmählich wurde, wohl im Anschluss an gleichartige Schilderungen der Psalmen, das Bekenntnis specialisiert; so kommt schon früh סומך נופלים und רופא חולים vor (Sifre 1. c.), und so stand sicherlich auch מחייה in dem Sinne da, in dem es im älteren biblischen Schrifttum yorkommt, bis später das Dogma der Auferstehung anschloss und der Benediction auch zu dem Schluss מחייה המתים verhalf. Dieses Stück enthält die meisten biblischen Redewendungen רב להושיע — Jes 63, 1; סומך נופלים — Ps. 145, 14, מתיר אסורים Ps. 14, 6, 7; ישיני עפר — Dan 12, 2; 1 ממית ומחיה Sam. 2, 6; מצמיח ישועה eine dem zweiten Jesaias eigentümliche Redewendung. In diese Benediction wird während des Winters משיב הרוח eingeschaltet3), und die Eulogie erhielt davon wohl auch den Namen גבורות גשמים. In Palästina pflegte man im Sommer מוריד הטל einzuschalten, daher hat es auch Maimuni4)* der französische Ritus an einigen Orten (R. 59), stets der castilische (R, 40), und noch heute der sephardische. In Babylonien sagte man es hingegen Dicht5), in A. G. ist es daher wohl nur ein Fehler6), es fehlt richtig in Y. Während der zehn Busstage wird vor den Schluss der Benediction מי כמוך eingeschaltet (ob. S. 437). Textvarianten sind: In A. G. und Y. רופא und מתיר, in Y. (7ומצמיח לנו ג) R, E. J. XIX, p. 19. 3) So schon Taanitli 2 a u. j. Ber. V 4, (9 c) (Mischnah Berachot y, 2). 3) Unsere Eormel, vgl. schon Misch nah Taani*h 2a. 0 Maim. Tef. II, 15, 17. Tos. Taan. eia s. v. בטל. 5) Chili S. 46 rach Rappaport Erech Millin S. 228 a. 6) R, Abr. b. Natan Ihn Jarchi hat es im 8iddur des R. Amr. Gaon nicht gelesen. (Manhig 04). 7) 80 8. *66, dofh fehlt לגו S. 383, während es 389 steht. Der Herausgeber bemerkt nichts zur 8telle, ein weiterer Beweis für das S. 332 Getadelte.