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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-11-01 · Heft 11-12 (November 1902) · p. Seite 510

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 11-12 (November 1902)
Article
Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
Date
1902-11-01
Page
Seite 510 (sequence 20)
Language
German
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510 Die Wiederherstellung Israels unter den. Achämeniden. Als Parallelen für die Berufung auf ältere Documente, wie es Darius hier thut, sind ausser der Gadatainschrift, in welcher Darius sich auf die Gesinnung des Kyros beruft, und der Inschrift von Tralles aus dem siebenten Jahr Arfcaxerxes HI., wo es sich um ein altes Asylrecht handelt, auch noch die vielen Documente des ägyptischen Königs Amenophes III. in den Tel el Amarna-Inscbriffcen heranzuziehen. Winckler (KAT.3 1902, 193) sagt sehr richtig: ״Die Auf־ findung auch solcher Schreiben, welche unter Amenophes III. gehören, in der erst von seinem Nachfolger begründeten Residenz, erklärt sich daraus, dass es sich hier um Processe und sonstige Acten handelt, welche aus dem Archiv entnommen waren, um danach in den Streitigkeiten und gegenseitigen Anklagen eine Entscheidung zu fällen Auch die Königsbriefe von Babylon-Mitani u. s. •w., welche an Amenophes III. gerichtet sind, hat man hervorgesucht, um sie nachzulesen. Die Mitani-Briefe mit ihren Reclamationen auf Erfüllung früherer Versprechungen lassen es deutlich erkennen. Man vergleiche auch den Papyrus Galenischef, wo der Fürst von Bybius ebenfalls im Archiv nachlesen lässt, um festzustellen, wie man zu Aegypten gestanden habe. Wenn Graetz in der Thatsache, dass das Kyrosedicfc nicht in Babel, sondern in Ekbatana gefunden worden ist, einen Beweis für dessen TTngeschicktlichkeifc erblickt, so stellt er sich damit in Gegensatz zu allen andern Exegeten. Diese ziehen daraus nämlich gerade den entgegengesetzten Schluss. Denn welches Motiv sollte den Fälscher veranlasst haben, das Document gerade in Ekbatana und nicht, wie doch am nächsten lag, in Babel finden zu lassen? Marquart (50) sagt: ״Jeder Fälscher hätte das Document in Susa finden lassen“. Auch Bertholet (a. a. 0. 24) hält die Auffindüng des Documentes in Ekbatana von entscheidendem Ge״ wichte für dessen Echtheit. Spiegel (Eran. III, 259) berichtet nun, dass die persischen Könige in allen ihren Residenz- Städten, Susa, Babel, Persepolis, Pasargada und Ekbatana Archive besassen, in denen die wichtigen Urkunden in mehreren Exemplaren existierten, häufig von einer Residenz in die andere gebracht wurden. Bei der Aufzählung der Hofbeamten der persischen Könige zählt Justi (Persien 43) dann auch unter anderen ״das Haupt der Schreiber und Vorleser, die die Edicte in den verschiedenen Sprachen des Reiches

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