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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-11-01 · Heft 11-12 (November 1902) · p. Seite 509

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 11-12 (November 1902)
Article
Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
Date
1902-11-01
Page
Seite 509 (sequence 19)
Language
German
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D ie Wiederherstellung Israels unter den Aclia'meniden. 509 Haus in die Strasse hineinbaut. Dass das Pfählen echt persisch war, wissen wir bereits aus Herodot III, 159. Aber in dieser Inschrift finden wir auch die wörtliche Bestätigung unseres Berichtes, dass nämlich das Pfählen auf einem Balken des eigenen Hauses geschah. Kosters will nun als Beweis dafür, dass eine Grundsteinlegung des Tempels unter Kyros nicht stattgefunden habe und dass eine solche von Kyros auch nicht befohlen worden sei, eine Quellenscheidung in Esra c. 5 und c. 6 vornehmen. Er behauptet, dass nur die Quelle B. (Esra 5, 11 — 17. 6, >3—5) von einer Grundsteinlegung unter Kyros etwas wusste, nicht aber die Quelle A. (Esra 5, 1—10. 6, 6—12). Beweis für diese Quellenscheidung ist auch 6, 1 und 2, denn zwischen diesen beiden Yersen fehlt der Üebergang. Es müssen darum beide Yerse zwei verschiedenen Quellen angehören, von denen die eine das Edict des Kyros in Babylon, die andere es in Ekbatana suchen uud finden lässt. Aber schon Sellin (Stud- II, 1901, 9) hat den krassen Widerspruch dieser KosteiVschen Quellenscheidung gemerkt. Denn welchen der beiden Yerse immer man der Quelle A zuweist, nach einem alten Edicte muss doch jedenfalls gesucht worden sein, und ein solches ist auch gefunden. Darius kann nun doch nicht sein eigenes Edict gesucht haben, folglich ist mit Noth~ Wendigkeit die Existenz eines Erlasses von Kyros gesichert. Kosters* weiterer Beweis für diese Quellenscheidung ist der Mangel eines Ueberganges zwischen 6, 5 und •6. Allein Meyer (Entst. 47) und Sellin (a. a. 0.) haben bereits diesen Einwurf KostersJ zurückgewiesen, freilich mit dem Zugesiändniss, dass hier ein Lapsus seitens des Yerfassers vorliege. Dieses: Zugeständnis erscheint mir jedoch völlig unangebracht. Es lässt vielmehr erkennen, dass Meyer und Sellin den richtigen Zusammenhang der Sätze nicht erfasst haben. Denn gerade ihre Annahme, dass Yers 2 zum Briefe des Darius gehöre, macht es erst recht verständlich, dass Darius an seinem Briefe die Copie des Kyrosedictes mittheilt und diesem Edicte dann seine fortsetzende weitere Yerordnung anschliesst. Der Gedankengang ist dann ein regelrechter. Darius schreibt an Tatnai: Kyros hat ein Edict ergehen lassen, daher (כען) (Yers 6) befehle ich, dass ihr den Bau nicht hindern sollt. Hierauf folgt dann das Edict des Darius in einem sehr passenden Zusammenhang bis V. 12. 32*

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