Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1902)
- Article
- Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
- Date
- 1902-11-01
- Page
- Seite 499 (sequence 9)
- Language
- German
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Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden. 499 betrachten? Wem wird so etwas einfallen? Was dann weiter die davidische Abstammung Serubabels angeht, so frage ich einfach: Ist es denn nicht sehr einleuchtend, dass die Propheten es absichtlich vermieden, darauf anzuspielen, um nicht das ganze nationale Unternehmen tu gefährden? Viele andere Exegeten wollen ja sogar den Heiden Sesbasar zu einem Davididen machen, und zwar meistens nur aus dem Grunde, weil sie der Ansicht sind, dass die persische Herrschaft gerade die se Herkunft bevorzugt habe.־ (Vgl. z. B. Cornill, Isr. Prophetism. 1900, 150. Winckler K. A. T. 1902, 182). Dass endlich Serubabei ein echt babylonischer Namen ist, darüber vergl. Strassmayer, Babylonische Texte Nabonid N. 113, 13. Darius N. 138, 2, 297, 2. Nicht besser steht es, meint Kosters, mit Josua ben Jozadak. Auch er ist angeblich kein Babylonier und kann auch nicht mit der babylon. Expedition nach dem heil. Lande gekommen sein. Allein welche Beweise hat Kosters für diese Behauptung? Nicht den geringsten. In II Kon. 25/ 18, ist die Genealogie des Josua unzweideutig angegeben. Danach war er ein Enkel des Seraja, der von Nebochodnozor in Ttibla getödtet wurde, und danach muss Josua in Babel geboren sein. Kosters beruft sich nun zwar auf Wellhausen, der behauptefc, es habe vor der Verbannung das Hohepriesteramt gar nicht bestanden. Allein gesetzt^ diese Behauptung Wellhausens wäre sogar so unfehlbar, wie sie es in Wahrheit keineswegs ist, so wird doch die Abstammung Josuas von Seraja selbst von Wellhausen nicht, in Abrede gestellt. Kosters freilich scbliesst: ״gegenüber dem kräftigen1) argumentum e silentio von Haggai und Sech, lässt sich die Darstellung des Chronisten nicht halten.“ Dagegen anzukämpfen, ist natürlich eine recht müssige Beschäftigung. Denn da die nichtbabylonische Herkunft Josuas ein wichtiges Glied in der Kette der Koster’schen Aufstellung ist, so müssen selbstverstündlich sonst unangreifbare geschichtliche Thatsachen, wohl oder übel, aus der Welt geschafft werden, selbst auf die Gefahr hin, dass die Logik dabei einen kleinen Schaden erleidet. IX. Esra c. VI. Darius liess nach einem Kyros-Erlass suchen und ein solcher wurde auch gefunden. Es wird hier 6, 3—5 mitgetheilt. Darius fügte diesem Erlasse noch ein neues Edict ג) Wie ״kräftig“ es ist, habe ich eben (S. 498) gezeigt.