Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1902)
- Article
- Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
- Date
- 1902-11-01
- Page
- Seite 498 (sequence 8)
- Language
- German
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498 Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden. "ב ה ם י ו ש ב. Ihr habt gesehen all das Uebel, das ich habe kommen lassen über Jerusalem und über alle Städte Judas, und siehe heute sind sie ,wüste und wohnt niemarid darinnen“? Nicht minder deutlich spricht Neh. 8, 17, £״ויעשר כל הקה ״ השבים מן השני סכות"und die ganze Gemeinde,, die von der Gefangenschaft zurückgekehrt war, machten Succoth“ gegen diese Behanptung. Wenn Kosters trotzdem den letzteren Yers auf die jerusalemitische Urgemeinde bezieht, so ist das völlig unbegreiflich. Ja noch mehr. Ich gestehe* den Kostersehen Commentar zu diesen Sätzen mehrfach anfmerksam durchgelesen zu haben, ohne dass es mir gelungen ist, irgend welchen Sinn in seinen Worten, die doch sonst so klar und verständlich sind, zu finden. Ich kann dem Leser nur anheim geben, sein Heil selbst an Kosters wunderlichen Worten auf Seite 32—33 seines Buches zu versuchen. W as endlich die Herkunft. ■Ser uhabe'ls und Jos ua’s angeht, so wird selbst von allen denjenigen Gelehrten, die eine Rückkehr unter Kyros nicht gelten lassen wollen, von vorneherein zugegeben, dass beide aus Babylonien gekommen seien. Kosters allein sträubt sich auch hiergegen und behauptet: Serubabel könne schon darum kein Babylonier gewesen sein, weil dann das ״ורחולןם יבואו״ bei Sech» 6, 15, unbegreiflich wäre. Ferner hätten es die Propheten irgendwo erwähnen müssen. Auch eiu Davidide könne er nicht gewesen :sein, sonst hätten die Propheten sicherlich irgendwo darauf angespielt. Ebensowenig würde die persische Regierung einen Davididen zum Pascha über Jerusalem gemacht haben. Endlich sei auch der Name in etymologischer Hinsicht nicht mit Babel zusammenzubringen. Allein dass die Worte Sech. 6, 15 nicht ausschliessen, dass Serubabel vor 18 Jahren aus Babel gekommen sei, haben wir schon oben nach gewiesen. Und dass die Propheten seine babylonische Herkunft nicht erwähnen, ist doch höchstens ein argumentum e silentio, mit dessen Hülfe man bekanntlich den grössten Unlug anrichten kann und besonders im Bereich der Bibelkritik bereits angerichtet hat. Ich aber frage z. B.: Warum erwähnen denn die Propheten nirgends das Wohlwollen des Kyros und des Darius für den Tempelbau? War doch dieses Wohlwollen für die Propheten die Voraussetzung für ihr ganzes Unternehmend Ist etwa darum dieses Wohlwollen nicht als geschichtlich zu