Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1902)
- Article
- Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
- Date
- 1902-11-01
- Page
- Seite 495 (sequence 5)
- Language
- German
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Die Wiederherstellung Israels unter den Aehämeniden. 495 Jerusalem und Ekbatana bedurfte eines Zeitraumes von mindestens 4—5 Monaten. Dass 5, 16 der auf die Aussprüche Haggai’s und Sech/s begründeten Leugnuug der ersten Grundsteinlegung widerspreche, haben wir schon oben bei der Behandlung von Esra c. 3, gesehen. Kosters, der die Geschichtlichkeit des Berichtes in Esra c. 3 ebenfalls bestreitet, sucht den Widerspruch mit 5/16/dadurch aus dem Wege zu schaffen, dass er in Esra c, 5 zwei verschiedene Quellen, nämlich A. Vers 3—10, B. V. 11—17 unterscheiden will, von denen höchstens eine auf Geschichtlichkeit Anspruch erheben dürfe. Die Unmöglichkeit dieser Qnellenscheidung haben bereits viele Exegeten und zuletzt besonders Sellin (Stud. II. 1901, 5), zur Genüge nach gewiesen. Diejenigen Gelehrten, die nun eine Rückkehr unter Kyros nicht als geschichtlich gelten lassen wollen, suchen bekanntlich den Bericht von 5, 12—16, dahin zu interpretieren, dass Kyros dem Sesbazar bloss aufgetragen habe, die Tempelgeräthe nach Jerusalem zu bringen und dort den Tcmpelbau einzuleiten, dass er aber die babylonischen Exulanten nicht nach Jerusalem mitgesandt habe, und dass hochstens eine kleine Zahl der jüd. Aeltest-en — ja nach Kosters nicht einmal diese — mit Sesbazar gezogen sei. Der Tempel sollte also nur für die in Jerusalem bereits wohnenden Judäer gebaut werden. Dass diese Interpretation den Worten in 5, 12—16y direct Gewalt anthue, haben schon Meyer (Entst. 43), und Sellin (Stud. II. 1901, 38—40) nachgewiesen. Die Existenz einer solchen Urgemeinde iü Jerusalem wird nicht bloss von den Exegeten dieser Richtung, sondern auch von solchen Gelehrten, die eine Rückkehr unter Kyros für geschichtlich halten, so Baudissin, Marti, Cheyne u. a. ganz allgemein vorausgesetzt. Die Beweise für diese Annahme sind, nach G u th e (Gesch. d. V. Israel 1898, 236) folgende: 1. Die Zahlenangabe der babylonischen Deportation (II. Kön. 24—25.) beträgt einschliesslich Frauen und Kinder höchstens 36,000 Personen, nach Jeremia cap. 52 sogar bloss ca. 18,000. Da nun nach der heutigen Muthmassung, besonders der des kürzlich verstoihenen Bauraths Schick, in Jerusalem und der Umgebung ca. 120,000 Menschen gewohnt haben, 80 kann höchstens der dritte Teil der Bevölkerung nach Babylon weggeführt worden sein. 2- Aus Jeremia 41,5