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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-11-01 · Heft 11-12 (November 1902) · p. Seite 494

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 11-12 (November 1902)
Article
Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
Date
1902-11-01
Page
Seite 494 (sequence 4)
Language
German
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494 Die Wiederherstellung Israels unter den Ackämeniden, 1 i Die Antwort* die ihm die Juden gaben, ist in dem Document, welches Tatnai an Darius sandte, enthalten (5, 7—17.). Hiernach beriefen sie sich darauf, dass das Unter• nehmen schon unter Kyros, u. zw. unter Leitung des Sesbazar, der mit der Paschawürde betraut war, (5, 14: ששבצר שמי דיפחה שמו) seinen Anfang genommen habe. Die nachträgliche Betonung der Paschawürde Sesbazars giebt uns, wie wir schon oben gesehen haben, die Antwort darauf: warum Serubabel hier ausser Acht gelassen ist. Denn Serubabel hatte bei der ersten Grundsteinlegung, obgleich er die Seele des Unternehmens war, noch keinerlei staatliche Stellung1 2). Ueber die Yerlegenheitsausflucht ״מן אדין ועד כען מתבני״ haben wir schon oben gesprochen. Sellin (Stud. II. 1901, 5,) bemerkt: 16 ,5״, kann ebensogut bedeuten, dass unter Sesbazar der Grundstein gelegt, dann vielleicht auch einige Grundmauern aufgeführt worden seien, der Bau aber alsdann Jahre lang geruht habe und nun die Wiederaufnahme als Fortsetzung jener Anfänge angesehen wurde.״ Könnte denn nicht״, sagt Sellin weiter, ״in einer Urkunde über den Kölner Dom z. B. trotz der Jahrzehnte, ja Jahrhunderte langen Ruhepausen im Bau vor dem Jahre 1880, gesagt werden : Seit dem Jahre 1248 wird daran gebaut und noch ist er nicht vollendet?“ Tatnai3} befahl nicht, den Bau3) einzustellen, nicht einmal bis zum Eintreffen der königlichen Antwort, was der Verfasser als einen besonderen göttlichen Beistand bezeichnete. Bei den damaligen Verhältnissen war das in der That von grosser Bedeutung; denn jede Hin- und Herfrage zwischen Amt kam und über sämmtliche, sehr ausgedehnte transeuphratisehe Länder — über die geographische Lage von Eber ba-Nahar, vgl. König, Fünf neue Landschaftsnamen in der Bibel 1902, 5, ff. — herrschte, so ist seine Unbekanntscliaft mit einem für die persische Politik so geringfügigen Erlasse in keiner Weise verwunderlich. ף Ueber die gut aramäische Terminologie ,16 ,5 יהב אשיר, vergl. Schulthess Z. A. T. W. 1901. 2) Gegen Wellhausens Einwurf: warum die Juden dem Tatnai nicht den schriftlichen Erlass des Kyros gezeigt haben, vgl. Marti, Prophet Zacharia 1892, 52, Guthe. Geseh. Isr., 1898, 245. 3j Die Bezeichnung "9 ,3 ,5) "אשרנה) hält Marquard 44 für einen Fehler aus dem altpersischen ״Taearam“ Palast“. Wir zweifeln keinen Augenblick daran, dass das Wort semitisch und mit dem phönizischen "אשרת" (Vrgl. Tyrus-Inschriffc Ma*sub, 4, in Revue Archöologique 1885, 381,) und dem keilschriffclichen ״אשרת״ beide von der Bedeutung ״Heiligtum“ oder ״Glückseligkeitsort“ hebr. א ש ר eng verwandt ist.

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