Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1902)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1902-09-01
- Page
- Seite 486 (sequence 7)
- Language
- German
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486 Besprechungen. dieser Sätze nur Berosus wörtlich Unmöglichkeiten. der letzten Zeit sehr fragwürdig geworden.- Jedenfalls aber hätte Barth ra.-’E. auf diese letztere wichtige Thatsache ausdrücklich' hinweisen müssen, damit nicht, wie gesagt, der öder jener Leser, dem der Inhalt dieser Tafel von anderswoher •bekannt geworden ist, auf den wunderliehen Gedanken komme, dass hier ein Irrthum des bekanntlich in dieser ganzen Litteratur vorzüglich bewanderten Verfassers vorliege. 2. Ferner sagt Barth: ״Das Gemeinsame in beiden Erzählungen ist nur das, dass aus dem wässerigen chaotischen Urstofi in einem Schöpfungsacte der Himmelsraum von den untern Eegionen getrennt wird“. Allein nach B a r t h s eigener Wiedergabe des keilschriftlichen Weltschöpfungsberichtes haben diese beiden Berichte, wie man sieht, noch ein zweites gemeinsames Moment, welches viel auffälliger erscheint und daher von den Babel-Freunden mit besonderem Nachdruck betont worden ist, nämlich die Anschauung von den Wassern oberhalb des Himmels. So frappierend jedoch diese Uebereinstimmung auf den ersten Blick erscheinen möchte, so leicht wird man doch, wenn man die Zeilen 37—46 der 4. Tafel einer kritischen Prüfung unterzieht, zu der Ueberzeugung gelangen, dass die vielfachen Interpretationen, die bis jetzt versucht worden sind, auf unzählige Widerspräche stossen, und dass die richtige Erklärung diejenige sein kann, die aus ihnen den .Bericht des herausliest. Nur dann verschwinden alle die vielen Gleichzeitig verschwindet dann aber auch der Bericht von den Wassern oberhalb des Himmels vollständig1). Dazu kommt, dass gerade dasjenige Moment, weiches Barth als den beiden Berichten gemeinsam bezeichnet, einer unbefangenen Würdigung so ohne Weiteres nicht in diesem Lichte erscheinen möchte. Denn im Epos wird der Himmel selbst aus einer Halite des Tiamat geschaffen. In der Bibel. dagegen wird der Himmel als etwas Fremdes zwischen die beiden Hälften des Tehom eingeschoben, und die obere Hälfte des Tebom bleibt als Wasser oberhalb des Himmels bestellen, von dem eben, nach unserer Auffassung, das Epos gar nichts zu berichten weiss. 3. Wenn Barth und Könige einmüthig darauf hinweisen: dass in der Keilschriftlitteratur, ausser dem nichtsbesagenden Siegelcylinder, (Fig. 39 bei Delitzsch), eine Parallelle zu Gen. Cap. 3 sieh nicht finde, so muss der harmlose Leser in Verwirrung gerathen, da er doch hei Delitzsch, S.-29'• gelesen‘hat, dass das Berliner Museum eine Tel-el-Amarna-Tafel bewahre, welche eine babylonische Legende enthält, wie es gekommen sei, dass der erste Mensch der Unsterblichkeit verlustig gegangen. Ob freilich diese Adapalegende wirklich das enthält, was Delitzsch von ihr behauptet, ist eine andere Frage. Barth und König aber, mussten, wie mir scheinen will, durchaus mit einem Worte auf DelitfcschV Darlegungen eingehen, 4־ - ־. Auf Seite 30 betont Barth nachdrücklich: dass sich das ״Eahab“ der Psalmen und Propheten niemals beiden Babyloniern fiiidet. Hier hatte der Herr Vf. vielleicht doch noch därauf hinweisen können, dass in׳ Z. 17 der Tafel EM. 282 der Name des Ungeheuers, mit welchem B öl kämpft, ׳,Eibhu-Eihhü“ •gelesen werden kann, und -dass Wenigstens -manche Assyriologeridaritr den! ״Bahab“ ׳sehen wollen. *•■•־’;; ,A) Die nähere Begründung dieser Auffäsung; behalten ׳ wir ,uns ״für; eine demnächstige Behandlung dieses^ Themas vor..;/• *?’־ /!.; .