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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-09-01 · Heft 9-10 (September 1902) · p. Seite 485

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 9-10 (September 1902)
Article
[Rezension]
Date
1902-09-01
Page
Seite 485 (sequence 6)
Language
German
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Besprechungen. 485 Gott die ganze Natur, im Epos hingegen entstehen die Götter selbst aus dem Chaos. Auch ist im Epos nichts von der Lichtschöpfung zu finden, wie auch nichts von einer sechstägigen Einteilung der Schöpfung.' Dagegen weiss die Genesis selbstverständlich Nichts von einem Tiamatkampf und Nichts vom Erzeuger Apsu. 2. Noch viel concreter sind die Differenzen zwischen dem biblischen S a b b a t h und dem assyrischen Sabbatu, die Barth sorgfältig zusammen&tellt. So z. B. : ״dass der biblische Sabbath ein Glied aus einer ganzen Kette von Yeranstalfcungen ist, in denen die Siebenzahl als Hauptfactor erscheint. Kerner waren die babylonische Sabbathe an die Monatsdaten gebunden (So auch J e 11 s e n). Die Babylonier feierten aber ausserdem auch den neunzehnten jedes Monats. Auch der Begriff ״E u h e t a gtt, besonders für Sclaven und Thiere, der das eigentliche Wesen des Sabbath au sm acht, war den Babylonern fremd (So auch König). Die Bezeichnung, ״Sabbatu“, kommt gerade bei den genannten babylonischen!Feiertagen nicht vor (So auch Jensen). Von der grössten Bedeutung sind dabei die von Robertson-Smith angeführten Unterscheidungsmerkmale, auf die übrigens auch schon Riehm aufmerksam gemacht hat, dass nämlich Jesaias den Sabbath gerade als Unterscheidungszeichen der Israeliten von den Heiden kennzeichnet, ganz besonders aber der wichtige Umstand, dass der habylon. Sabatu ein Trauertag ist, während der biblische bekanntlich ein Freudentag ist. 3. Auch die Nachweise von der Nichtexistenz eines Monotheismus hei den übrigen semitischen Stämmen sind sowohl bei Barth als auch bei König vortrefflich gruppiert. Besonders frappierend ist der von König’nachgewiesene Polytheismus in der Familie des Amurabi selbst. Auch die auffällige Genauigkeit hinsichtlich des Gottesnamens Jahve ■im Buche Jona, auf welche König aufmerksam macht, ist von grossem Interesse. 4. ln Bezug auf die S ü n d f 1 u t hberichte verkennt Barth nicht die Anijalogien. Er meint aber, dass diese höchstens auf einen gemeinsamen Ursprung der Ueberlieferung hinweisen. Wir kommen darauf unten noch näher zurück. Wären nun die Schriften B a r t h’s und K ö n i g’s nicht zum Zwecke der Abwehr von Angriffen auf die Bibel geschrieben, so hätten sie, trotz einiger Unzulänglichkeit im Einzelnen, als ziemlich erschöpfend bezeichnet ■werden können. Da sie nun aber einmal, wie heute die Sachen liegen, zunächst die Ausführungen Delitzschs zu bestreiten berufen sind, so ist nicht zu verkennen, dass jede unvollkommene. Widerlegung von den Laien leicht als ein Sieg des Gegners angesehen werden könnte. Schon darum wäre es im höchsten Grade wlinschenswerth gewesen, wenn die gebliebenen Lücken in der Widerlegung, in denen viele Leser, sei es die Ohnmacht der Verteidiger, sei es eine stillschweigende Concession zu erblicken geneigt sein könnten, lieber ausgefüllt worden wären. Auch hierfür einige Beispiele: I. Barth (23 ff.) sagt, dass im keilinschriftlichen Weltschöpfungsepos die Schöpfung der Tiere fehle. Nun wird aber in all den unzähligen Schiiften, in denen die Verwandtschaft zwischen Bibel und Keilschriftepos verteidigt wird, auf die Tafel D. T. 41, die sog.. 7 Tafel des Weltschöpfungsepos, wie auch auf die Tafel 82-5-22, 1048 hingewiesen, in denen von der Schöpfung der Tiere sogar sehr eingehend berichtet wird. Die Zugehörigkeit dieser Tafeln zur Serie vom ״Inuma elis“ ist allerdings in

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