Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1902)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1902-09-01
- Page
- Seite 483 (sequence 4)
- Language
- German
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Besprechungen 483 rachzuweisen. Aber wenn man es nicht mit eigenen Augen läse, würde man es bäum für möglich, gehalten haben, das3 Jemand mit Hülfe von Vermuthungen, die völlig frei in die Luft schweben, wohl begründete Aufstellungen zu erschüttern versuchen werde. Hommel a, a. 0. 83 sagt gegen solche Geschichtsconstructionen seitens derAssyriologenPolgendes : ״Es־ muss hier sofort mit allen Nachdruck: betont werden, dass die In- Schriften einer solcher! willkürlichen, wenn auch geistreich durchgeführten Geschichtsconstruction keinerlei Stütze verleihen, geschweige dass irgend welche monumentale Zeugnisse aus dem Alterthum dieselbe fordern“* Diese Worte eines hervorragenden Assyriologen in einem volkstümlichen Organe sind leider sehr am Platze. So mancher Leser von Wincklers Geschichte Israels II. und KAT.3 glaubt exaete in schriftliche Resultate vor sich zu haben. Hinsichtlich des Jahve-Keilschriftzeichens1) liest J en se n, obgleich die dritte Silbe noch viele andere Lesearten zulässt und die Leseart ״pi“ am allernächsten liegt2), rein willkürlich ״Ja-a-va-il“ und meint, diese Namensform gehe wie das spätere ״Jahu“ ursprünglich auf die ״Jahvu-Form“ zurück. Das Compositum ״Jahvail“ sei gleich dem späteren ״Joel“. Wie sehr unsicher diese ganze Combination ist, kann der Leser aus den obengenannten. Gegenschriften, ganz besonders aber aus den erschöpfenden Darlegungen Königs3) zur Genüge erfahren. J e מ s e n aber begnügt sich leider nicht einmal mit dieser Yer mutliung, sondern meint sogar: ״Das Interessanteste an dieser Sache sei der Schluss, dass ״Jahu und Jahve“ nicht ״der Seiende“ bedeute4). Wieso aber dieses gerade daraus hervorgehe, ist nicht im Gelängsten zu ersehen. In dor Keilschriftlitteratur ist die Bedeutung dieses Wortes ganz unbekannt, und Jenson selbst sagt, der Name sei kein assyrisch-babylonischer: Was spricht nun eigentlich gegen die Bedeutung ״Seiender“? J ensen zieht aber auch noch einen weitern Schluss und sagt: Dieser keilschriftliche Namen beweist, das.8 der Gottesnamen Jahvu, aus dem Jahve hervorgegangeu sein wird, bereits ein Jahrtausend vor der Zeit vorhanden war, zu der er nach dem Alten Testament geoffenbart sein solh Allein selbst abgesehen davon, dass das Wort, ausser der Leseart, die Jensen ,willkürlich gewählt hat, nicht weniger als noch sechs an de re Lesearten hat* und selbst vorausgesetzt, dass Jensen s Leseart die richtige wäre, welcher Widerspruch besteht denn dann mit dem Alten Testament? Diese Keilschrifttafel stammt aus der Zeit Amurabis, ca. 2200 v. ehr., und nach Geu. 4, 26 war ja der Namen ״Jahve“ schon zur Zeit des Enosch bekannt worden. Wie setzt sich Jensen mit dieser Ueberlieferung auseinander? Hommel hält nun Delitzsch entgegen: wie das zu erklären sei, dass gerade die wenigen Phöniciei^die nach Babylon auswanderten, so allwissend waren, während die eigentlichen in ihrer Heimath zurückgebliebenen Phönicier, wie wir sie aus der Richterzeit kennen, von all den Ueberlieferungen keine Ahnung hatten, so dass die jüdischen Grossen, gerade in "der Verbrüderung־ mit den Nachkommen derjenigen 1l Vgl. Delitzsch 47. * 2־) Vgl. Zimmern a. a* 0. 468* wie auch die diesbezüglichen Ver״• handlungen auf dem neulich in Hamburg stättgefandenen Orientalisten-Kongresse. - - ־׳ ■ ״••■-•׳ י - \ 5) a. •a. 0. 37—43. 4); Gegen<Exodus׳־' < ״•־׳ .15—44 ,3׳•>