Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1902)
- Article
- Die Amoräer in neuer Beleuchtung
- Date
- 1902-09-01
- Page
- Seite 445 (sequence 7)
- Language
- German
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Di© Amoräer in neuer Beleuclitimg. 445 sonst nie in persönlichem Yerkehr vorkommt, gekannt habe, hat man zum mindesten doch die Pflicht, die Paraleistellen nachzuschlagen. Warum hat das d,er Verfasser nicht gethan? Sehr einfach. Weil Frankel bloss die Stelle in Joma citirt, und noch dazu unglücklicher Weise auch am Rande (גליון) des Jeruschalmi weder auf Megilla noch auf Horajot verwiesen wird. In der Sache hat Fr an kel natürlich ganz richtig vermuthet, dass nur ein Schreibfehler vorliegt. Ebenso stichhaltig ist der zweite Beweis aus Jer. Nasir 05 b: אמר ד יוסי לד יעקב בר אחא נהיר את דהויתין תיימין בנזיר ואמרינן לא שנייא בין מספרים לבתער ואסר ר׳ אלעזר מתניתא בנזיר. טמא. Wir haben uns auf diesen Beweis und die ganze Stelle nicht näher einzulassen. Aber so viel ist klar, dass es heissen muss ד אם ר ר״א, d. ln Pt. J. b. Acha berief sich auf ר״א. Nicht aber ist davon die Rede, dass ר״א gerade hinzukam, als R. J. b. A. seinen Ausspruch tliat. V. Der soeben gehörten wunderlichen Behauptung, dass R. Jona in persönlichem Yerkehr mit R. Jochanan gestanden habe, reiht sich würdig an die Behauptung F 77a, dass der תנא דבי ד ישמעאל eine die Mischnah erklärende Boraitha sei. Auf die Behauptung selbst näher einzagehen, liegt kein Anlass vor. Es genügt, auf die gründlichen Untersuchungen Frankels im דרכי המשנה, S. 143 ff und Priedma nn s in der Einleitung zu seiner Mechilta-Ausgabe zu verweisen. Interessanter sind für uns die Beweise, die der Verf. für seine absonderliche Behauptung beibringt. Obenan steht Gittin 24b. Zur Mischna כל הגט שנכתב שלא לשום אשה פסול כיצד וכר יתר מכן וכן wird im Talmud die Frage aufgeworfen מאי יתר מכן, worauf‘ die Antwort erfolgt: תנא דבי ר׳ ישמעאל לא זה שנכתב שלא לשם גירושין אלא אף זה שנכתב לשם גירושין פסול ולא זה וכד. Nun ist es gerade diese Stelle, die Frankel a. a. 0. nebst wenigen anderen, wie Joma 24 b, anführt, an welchen der תנא דבי ר״י wirklich die Mischna erklärt, ohne darum zu schliessen, dass der Tanna, eine zur Erklärung der Mischna angelegte Boraitha verfasst habe, ebenso wenig* wie z. B. die Meehilta eine Boraitha zur ׳Erklärung׳ der Mischna ist, obwohl sie häufig die Halacha mit den Worten מכאן אמרו וכר einflicht. Von den vielen Beweisen nun, die der Verf. für seine Behauptung beizubringen in der Lage ist, ist die angeführte Stelle die stärkste. Natürlich unterlässt es der Verf., ־— und das ist für seine Methode charakteristisch — Frankel hiebei zu erwähnen, obgleich er auf der- 26*