Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1902)
- Article
- Geschichte des Achtzehngebets
- Date
- 1902-09-01
- Page
- Seite 437 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Geschichte des A<chtzehngehets. 437 behandeln; sondern schoben es an den Schluss der ״Bitten‘‘ vor כי אתה שומע in der sechzehnten Benediction ein1). In alter Zeit betete die Gemeinde die Formel für Fasttage in allen drei Tefillot2). Späterhin befürchtete man, dass das Fasten noch Y0r Schluss unterbrochen werden könnte und Yerordnete dieses Gebet desshalb aussschliesslich für die letzte Tefilla des Fasttages, für Min oh all3) 5 nur der "Vorbeter spricht es in sämmtlichen Tefillot, da er für die ganze Gemeinde betet, in der sich immer einer findet, der fastet4). Für die zehn Busstage giebt schon die Gemara veränderte Schlüsse für die dritte und elfte Eulogie an5). In den Tagen der Geonim Yerordnete man noch die bei uns üblichen vier Einschaltungen ia die erste, zweite, achtzehnte und neunzehnte Benediction. Da diese jedoch Bitten enthalten, und solche in den drei einleitenden und abschliessenden Segenssprüchen nicht gestattet sein sollten, sträubte man sich lange Zeit gegen die Einführung. Halachot Gedolot erwähnen sie als Brauch einzelner6). Noch um 840 waren sie nicht allgemein, und in Palästina früher als in Babylonien üblich7); auch R. Hai Gaon wurde darüber augefragts). Sein Zeitgenösse, B. Gerschon, gestattete ihre Einführung unter Berufung auf ein Besponsum des Gaons Rab Cohen Zedek9), Der leitende Gesichtspunkt war hierbei, dass cs sich in ihnen um Bedürfnisse der Gesammtheit handelt und der Ausdruck solcher auch in diesen Benedictionen zu gestatten sei. Noch Mairoonides berichtet davon als von einem Gebrauch Einzelner. Späterhin freilich wurden diese Einschaltungen nicht nur erlaubt, sondern sogar für unbedingt yerbindlich erklärt10). An Neumonden11) und Mittelfeiertagen, an Chanukah und Purim, wurde eingeschaltet nach dem Grundsatz der 1) Thaanitli 1. 2) Vgl. Esclikol I, 16, Schib. Lek. קל״א. 3) So schon Raschi zu Schabbat 24 a auf Grund eines gaonäischen Responsums. b Tosafot das. s. v. ־תעניות 5) Bei•. 12 b. 6) Schib. Lek. S. 26. 7) Zunz R. 8. 12. 8) Resp. שערי תש׳ Nr. 151. ף Schib. Lek. y\ 10) Tos. Ber. 12 b s. v. ודילכתא, Maharil (Warschau) מ״ב♦ 11) Die Art der Ankündigung war in den verschiedenen Zeiten und Gemeinden sehr verschieden; während heute z. B. in Deutschland am