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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-09-01 · Heft 9-10 (September 1902) · p. Seite 435

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 9-10 (September 1902)
Article
Geschichte des Achtzehngebets
Date
1902-09-01
Page
Seite 435 (sequence 9)
Language
German
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IRI
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Geschichte des Achtzehngebets. 435 halten wurde, war der Priestersegen bei sämmtlichen Vereinigungen, also viermal1) täglich, gesprochen. Schon damals fiel der Yorbeter im Anschluss an das letzte "Wort des Segens mit der Bitte um Frieden ein. Später wurde der Duchan zu Mincha und Ne’ila aufgehoben, weil die Priester bei der vorgehenden Mahlzeit Wein getrunken hatten und darum den Segen nicht mehr sprechen sollten; an Fasttagen, wo diese Besorgnis fortfiel, ־wurde dann auch an allen Tefilloth der Segen gesprochen2). In Palästina fiel er auch am Thaanith zu Mineha aus, hingegen wurde er dort am Versöhnungstage viermal wiederholt, während er in Babylonien nnr dreimal üblich war3). Nach der Zerstörung des Tempels waren der Maamad und mit ihm die besonderen Gebete ausgefallen, auch waren nicht mehr überall Priester zugegen. Waren keine Priester da, so übernahm der Yorbeter die Recitation des Segens unter Voranschickung der Einleitung או״א ברכנו בברכה♦ In unserem Ritus folgt auf den Priestergegen stets שים שלום; da wo derselbe nicht gesprochen wird, שלום רב, Im Siddur des Gaons Amram, und so noch heute bei den Sephardim, wird stets das erste, im Ritus von Avignon seltsamer Weise stets das zweitgenannte Stück verwendet4). Yon zeitwei |en Einschaltungen sind zunächst zu nennen die mit der Bitte um Regen zusammenhängenden. Vom Beginn des Winters ab erwähnte man in der zweiten Benediction Gottes Allmacht, die sich auch im Spenden des Regens äussert, und in der neunten fügte man auch noch die Bitte um Regen ein. Ueber den Zeitpunkt, an dem der Brauch des Winters resp. des Sommers eintritt, bestand schon im ersten Tannaitengeschlecht zwischen R. Elieser und R. Josua eine Meinungsverschiedenheit. Ein einheitlicher Gebrauch hat auch nie bestanden. Im Allgemeinen hatte die Vorschrift x) In der Regel ־vereinigte sieh der Maamad viermal täglich nach dem Wortlaut der Mischna Taan. iv, 1 בשחרי׳ במוסף, במנחה ובנע׳ שעי. Mussaf ist nicht, wie die babyl. Gemara (26 b) es auffast, identisch mit unserem Mussaf gebet, das nur an den Tagen gesprochen wird, in denen ein Mussafopfer geboten war, sondern bedeutet vielmehr nach Maimums richtiger Erklärung im Mischna-Commentar das. במעמדות היו מתפללי] תפלה יתירה בכל יום והיא נקרא׳ מוסף das besondere Gebet, das man in den Vereinigungen des Maamad täglich sprach. Dasselbe ergiebt sich aus jer. Taan. iv, 1 (67h).את שמע מיני־שמתפללי] ארבע. vgl. 1>. Megillah 22 a. ף vgl. auch Tos. Taan. 11,4 ת״צ הנהני נושאי את כפיהם ד׳ פעמים ביום ף Mliller, Chili. Nr., 22, 55. 4) Zun■/. R. S. 48.

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