Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1902)
- Article
- Geschichte des Achtzehngebets
- Date
- 1902-09-01
- Page
- Seite 434 (sequence 8)
- Language
- German
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434 Geschichte des Achtzehngebets. (4653 ׳) begannen, in Constantine in Nordafrika sagte man והוא רחום vor.allen drei täglichen Tefillas1). An den Schluss wurde wiederum vor den angegebenen Psalmvers das Gebet, welches Mar bar Rabina täglich nach Beendigung der Tefillah hinzufügte ♦ ♦ . . אלד!י נצר ובמצותיך תרדף נפשי וכל .... וקלקל■ מחשבתם (Be1\ IT a), dahinter später im Mittelalter עשה למען שמך וכד, und hinter die Psalmstelle 19, 15 (יהיו לרצון אמרי פי) in noch späterer Zeit überdies עשה שלום כמרומיו וכד gesetzt (Schib, Lek. p. 18). .In der romanischen Gebetordnung fehlte 2א׳ נצור), in derjenigen von Kaffa, die sonst vom romanischen Ritus beherrscht ist, ist es vorhanden3). Ferner kam bei der Wiederholung der Tefilla in der dritten Benediction die Keduscha hinzu4), der die Prophetenverse Jes. 6, 3 und Ez. 3, 12 zu Grunde liegen und die mit Psalm 146, 10 abschliesst. Im einzelnen hat dieselbe viele Aenderungen durch gemacht, die später besprochen werden sollen; aber zu allen Zeiten und in allen Riten war sie ein e der Weise der Himmelschöre nachgebildete Huidigung Gottes. Während der Keduschah blickte man in Spanien abwärts, in Frankreich und Deutschland dagegen in die Höhe5). Wenn der Vorbeter מודים wiederholte, sprach die Gemeinde das. durch Vereinigung verschiedener amoräischer Aussprüche (Sota 40 a, jer. Ber. I, 8, 3 c unt.) gebildete נמודים das nach seinen Urhebern מודים דרבנן genannt wird. Zu den ständigen Hinzufügungen in der Tefilla gehört endlich auch der Vortrag des Priestersegens durch den Vorbeter. In alter Zeit traten im Tempel zu Jerusalem die Priester zweimal täglich, nach dem Darbringen des Raucher- Werks6) auf die Stufen der Tempelhalle und sprachen den Segen (Tamid VII, 2). Als dann der Maamad eingeführt und in der Provinz während dessen Abordnung Gottesdienst ge- ף K. s. 52.. 2) R. S. 79; im Siddur nach römischem Ritus i§t es, allerdings fmit ■Veränderungen, beigedruckt und als freiwillige Hinzufügung hezeichnet. ö ף R. S. 82. 4) In Palaestina war lauge Zeit die Keduscha an Werktagen nicht üblich; vgl. Tos. Sanh. 37 b s. v. מכנף nnd die ׳etwas andere Wendung dieses Berichts in Midr. ויכלו bei Neubauer REJ. XIV, 110. 5) R. S. 40. 6) Ex.. 30, 7. 8. vgl. Joma III, 4 (31 b).