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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-09-01 · Heft 9-10 (September 1902) · p. Seite 429

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 9-10 (September 1902)
Article
Geschichte des Achtzehngebets
Date
1902-09-01
Page
Seite 429 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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Geschichte des Achtzehngebets. 429 בונה ירושלם auf Jerusalem1), die zweite mit מצמיח קרן ישועה auf den messianischen Sprössling aus dem Hause Davids bezogen. Die Aenderung ist nach der Zeit R. Gamliels und zunächst nur in Babylonien erfolgt. Da die Aenderung nach Sanhedrin 107 a schon Rab bekannt ist, der Schluss der neuen Benediction von Rabba bar Schila, vermutlich seinem älteren Zeitgenossen, citiert wird (Pes. 117 b), scheint sie schon frühzeitig, vielleicht gar von Rab selbst, vorgenomme 11 worden zu sein. Wir stehen da vor vollendeten Thatsachen und haben auch nicht die mindeste Nachricht darüber, wann die baby- Ionischen Gemeinden diese Neuerung einführten. Weit eher können wir die Veranlassung zur Hinzufügung einer besonderen Bitte für das Davidische Haus vermuten; es geschah jedenfalls mit Rücksicht auf die in Babylonien ansässige Familie der-Exilarchen, die sich der Abstammung von David rühmte2). Der ganze Vorgang war in späterer Zeit nicht mehr bekannt, darum wussten sich auch die babylonischen Amoräer den Widerspruch zwischen der noch immer festgehaltenen Bezeichnung ״ Achtzelnigebet“ und der thatsächlich vorhandenen Anzahl von ״neunzehn‘4 Benedictionen nicht richtig zu erklären (Ber. 28 b). Die Namen Achtzehngebet und Schemone Esre hat die Tefilla bis auf den heutigen Tag behalten3), trotzdem jene Differenz längst verschwunden ist, und in allen Bäten neunzehn Eulogieen gebetet werden; ja selbst auf die Sabbath- und Eesttagstefiila, die doch schon zur Zeit der Sehammaiten und Hilleliten ihre heutige Zahl der Benedictionen hatten4), pflegen wir diesen Namen häufig zu übertragen, so geläufig ist er jedem einzelnen in Israel durch den alltäglichen Gebrauch geworden. Auch diese allgemeine Verbreitung der Tefilla, ihre Erhebung zu einem für jedermann verbindlichen täglichen Gebete, ist der Wirksamkeit R. Gamliels zu danken. Ur״ sprüngiich kannte man sie nur als Gemeindegebet, der Vorbeter trat als Vertreter der Gemeinde שליח צבור vor die Lade und sprach das Gebet für die ganze Versammlung. Daraus erklärt sich, dass in der Tefilla durchwegs die Pluralfonn ף Trotzdem blieb in der Bitte für Jerusalem der auf den Messia bezügliche Satz stehen : nur bei Maimonides fehlt er. 2) Rapoport, Erech Millin 228 a: Graetz, Gesch. IV3, S. 469. 3} Vgl. Tos. Ber. III, 12, 15 (ed. Zuck. S. 7) und das. Rosch 11a- Schanah IV, 11. 4) Im Siddur yoii lernen lautet die Ueberschrift richtig ד״ט ברבות Jewish Quarterly Review■ XIV, 585. 27*

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