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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-09-01 · Heft 9-10 (September 1902) · p. Seite 428

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 9-10 (September 1902)
Article
Geschichte des Achtzehngebets
Date
1902-09-01
Page
Seite 428 (sequence 2)
Language
German
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428 Geschichte des Achtzehngebets. und in seinem Lehrhause, das Gebet in die noch heute übliche Ordnung1), deren logische Begründung gelegentlich oben angegeben wurde. In dieser■ Verfassung erhob R. Gamliel die Tefilla zum täglichen Pflichtgebet durch die in der Mischnah2) wiedergegebene Verordnung: ״R. Gamliel lehrte: an jedem Tage ist der Mensch verpflichtet, achtzehn Benedictionen zu sprechen“. Davon hat das Gebet den Hamen Achtzehngebet erhalten, den es, ungeachtet späterer Hinzufügung einer neuen Bitte, bis anf den heutigen Tag behalten hat. Die Zahl achtzehn ist eine ganz zufällige. R. Gamliel liess sich beim Abschluss der Entwickelung der Tefilla keineswegs von einer symbolischen Bedeutung derselben leiten. xAlle Analogieen, die man später für die Zahl suchte:]und fand, sind willkürlich und ursprünglich nur Merkzeichen, an denen die grosse Masse des Volkes die Anzahl der Benedicfcionen leicht ins Gedächtnis einprägen sollte. Da Gebete nicht aufgeschrieben werden durften3), musste man sich derartiger mnemotechnischer Hilfsmittel bedienen. Eine der ursprünglichsten unter den Analogieen mag diejenige sein, die die Zahl der Benedictionen in der Tefilla derjenigen der Psalmen bis יענך ה׳ ביום צרח gleichsetzt, die verbreitetere, vielleicht auch ältere, diejenige, welche diese Zahl mit derjenigen der Gottesnamen im 29. Psalm verglich. Darum wurde sie in die Tosefta aufgenommen, und ihr der weitere Denksatz zur Erläuterung mitgegeben כולל שיל מינים וכו׳; dieser Satz ist nicht, wie er meist aufgefasst wird, eine Bestimmung, die zeigt, wie in alte, längst bestehende ,Benedictionen ein inhaltlich neuer Satz eingeschaltet werden soll, sondern nur eine halachische "Weisung, die dem Gedächtnis vergegenwärtigte, in welcher. Weise die Tefilla trotz ihres vielseitigeren Inhalts dennoch zu nur achtzehn Benedictionen zusammen« gezogen werden konnte. Allerdings war es nicht direct verboten, diese Benedictionen; zu theilen und durch Einfügung besonderer Sprüche für eine jede der gedachten Kategorien die Anzahl der Eulogieen, zu vermehren* *).; In einem Palle wurde in Babylonien,dauernd von dieser Erlaubnis^ Gebrauch, gemacht. Die , vierzehnte Benediction wurde in zwei zerlegt, die erste von ihnen mit dem Schluss 4 1) Ber. 28 b MegiUa. 18 a. *) Ber. IV, 3. . *) cf. Schabbat 115 b, jer. XVI, 1 (15 c). 4) אם אמר אילו לעצמן ואילו לעצמן יצא Tos. das.

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