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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-09-01 · Heft 9-10 (September 1902) · p. Seite 414

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 9-10 (September 1902)
Article
Die Vorlesungen Ad. Harnacks über das Wesen des Christenthums
Date
1902-09-01
Page
Seite 414 (sequence 8)
Language
German
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414 Die Vorlesungen Harnacks über das Wesen des Christenthums.. Mannes der That, ausgestattet mit der Macht, das Grate auch zu verwirklichen, eines edlen, 'grossen und gerechten Fürsten. Die Schilderungen friedlicher, von der allgemeinen Erkenn tniss Gottes erfüllter, glücklicher Zustände, nie 111 einer alles überragenden übermenschlichen Persönlichkeit sind es auch allein, die in den Zukunftshoffnungen der uns nur griechisch erhaltenen jüdischen Schriften der beiden letzten vorchristlichen Jahrhunderte, in den sogenannten Apokryphen, den jüdischen Sibyllinen, dem Buche der Jubiläen, sowie in den Schriften Philo's entgegen treten1). Es ist ein Beic-h des Wunderbaren, das in den Vorstellungen und Verkündigungen Jesu von seiner Messianität uns entgegen tritt, und aus diesem Wunderbaren hat der Glaube seiner Anhänger eine ganz besondere Kraft gewonnen. Aus welchen Quellen diese Vorstellungen Jesu gekommen sind, ob aus geistigen Strömungen, von denen uns weiter keine Kunde geworden ist, ocler aus den unergründlichen Tiefen der eigenen Phantasie, das lässt sich nicht mehr bestimmen. Jedenfalls stehen sie in naher Ver-; bindung mit den dämonischen Vorstellungen, die die neutestamentlichen■ S c h r i f t*e n d u r c )1 z i eh e 11, und sind gewissermassen deren Gegenbild. Gleich im Beginne seiner Wirksamkeit wird Jesus vom Teufel versucht, und es werden ihm alle Herrlichkeiten der Welt verheissen, wenn er niederkniec und ihn anbete2). Ueberall auf seinen Wegen treibt er unsaubere Geister aus, und solche sind es, die ihn zuerst als Sohn Gottes verkünden3). Er beschreibt ihre Wege4), gibt ihre Zahl an5), verwendet sie in seinen Gleichnissen6), und gibt auch seinen Jüngern Macht, sie auszutreiben7). Diese leben in denselben Vorstellungen8;, insbesondere der Apostel Paulus9). Und im Evangel. Johannis10), in der Offenbarung Johannis11) sowie in den Briefen Johannis12) wird das Erlösungswerk Jesu geradezu *) Vgl. die Zusammenstellung bei Schürer, Gesell, d. jüd. Volkes (II 3, 505—517), der sich bemüht, aus ihnen einzelne Züge für das Bild eines messianischon Königs zusammenzustellen, die aber wiederum nicht zu den messianischen Vorstellungen der Evangelien passen. — Das Gleiche gilt von Dalman a. a. O. S. 243 citirten Stellen.— 2) Mare. 1, 13; Matth. 4, 1—11,־ Lucas 4, 1-13. - s) Mare. 1, 23 ff; 3, H ff;- 5, 2 ff; 7, 25 ff;. 9, 25 ff; Matth. 8, 28 ff; 11, 28 ff; 12, 22 ff; 13, 39;. 15, 22; 17, 18. 4 ־—־) Matth. 12, 43 ff. — 5) Marcus 5, 8—14. Lucas 8, 2. — G) Matth. 13, 39 ff. — 7) Marc. 6,. 7 ff; Matth. 10,1; Lucas 10, 17 ff. 8 —־J Marcus 16, 15 ff; Apostelgesch. 8, 7f. 10, 38. — 9j Apgsch. 19, 13 ff; I Thess. 2,18; 2 Kor. 6, 15; 12, 7; Epheser 2, 2; 6, 12 ff. 12 (10 —־.. 31; 14, 30; 16, 11. — n) 12, 9. — 12) I 2, 13; 8, 8.

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