Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1902)
- Article
- Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
- Date
- 1902-09-01
- Page
- Seite 405 (sequence 11)
- Language
- German
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Die Wiederherstellung Israels .unter den Acliämenide-n. 405 eine Staclfnaa.uer, gezählt haben werden. Nur so lassen sich die Erscheinungen, wie sie in diesen beiden Büchern hervortreten, historisch erklären. Die dereinstige Zurückweisung der Samaritaner seitens Serubabels konnte aut die später durch Verschwägerung uud sonstige Verhältnisse entstandenen Freundschaften wahrlich nicht störend einwirken. In diesen jüdischen Kreisen war man sicherlich eher bereit, auf den Tempel und den ganzen Cultus Verzicht zu leisten — wenn es nicht anders ging — als diese Freundschafts* und Verwandtschaftsbeziehungen zu lockern. Erst eine vollständige Umwälzung in den religiösen Anschauungen des Volkes, wie sie die Thoravorlesung Esra's in Neh. c. 8 herbeiführte, konnte diese Verhältnisse wenigstens für.einen Moment erschüttern. Und dass auch diese Umwälzung nicht von Dauer war, beweist Neh. c. 13 zur Genüge. Die intimen Beziehungen, wie sie in Neh. 6, 18. 13, 4. 28 geschildert werden, sind nicht nur nicht so unmöglich, wie Marquaid meint, sondern sie sind sogar als notwendiges Ergebniss natürlicher geschichtlicher Entwickelung anzusehen. Und zwar aus dem einfachen Grunde, weil man es hier nicht mit intimen Beziehungen zu den Todfeinden der Juden, wie dies Maiquard so entsetzlich schildert, zu thun hat, sondern mit Vorgängen unter Menschen und Mitbürgern, die auf eiuander angewiesen waren, und mit freundschaftlichen Beziehungen, die seit 100 Jahren durch zunehmende Verschwägerung und gesellschaftliche und geschäftliche Annäherung imnier enger geworden sind. Dass diese Assimiiationssucht besonders in den vornehmen Kreisen herrschte, ist eine Erscheinung, die genau allen sonstigen geschiehtliehen Erfahrungen intra muros et extra entspricht, und es ist daher keineswegs auffallend, dass selbst der Hohepriester einem Ammoniter . Tobia, ־während der Abwesenheit Nehemia’s, eine Lischkah einräumte. Die Hohepriesterliche Familie war mit den samaritanischen Parteiführern schon von jeher verschwägert, (Neh. 6, 17. 13, 4. 28, Vgl. auch Zach. 3, 3—4). Auch die Abwesenheit des Hohenpriesters bei der Sanctionirung der Bestimmungen in Neh. c. 10, ist nur darauf zurückzuführen. Wem es unerklärlich vorkommt, dass Nehemia einen solchen Hohenpriester im Amte belassen hat, den verweisen wir auf den helienistisch-antimakkabäischen Hohenpriester Alkimos, der doch lediglich seiner Descendenz