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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-09-01 · Heft 9-10 (September 1902) · p. Seite 397

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 9-10 (September 1902)
Article
Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
Date
1902-09-01
Page
Seite 397 (sequence 3)
Language
German
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Die Wie derli er Stellung Israels unter den Acliämeniden. 397 Stadt, in deren Umgebung nur arme, vor kurzer Zeit eingetroffene Colonisten wohnten, ihren Unterhalt haben? Wenn nun zu diesen traurigen Verhältnissen noch die eifrigen Bestrebungen der gegen das junge Unternehmen erbitterten Widersacher hinzukamen, die darauf ausgingen, ihre Kraft lahm zu legen, sie in Schrecken zu setzen und durch die Schlauheit geschickter Rathgeber ihre Pläne zu vereiteln, so ist es doch wahrlich nicht zu verwundern, dass sie durch alles dieses dazu gebracht wurden, das grosse Werk, das nur durch energisches Zusammenwirken aller ße(;heiligten gefördert werden konnte, fallen zu lassen. Meyer (Entstehung 45) sagt; ״Für die Juden in Babylon stand die Wiederherstellung des Tempels und seiner Herrlichkeit im Vordergründe. Als man aber daheim war, machten sich sofort die irdischen Verhältnisse übermächtig geltend, die Sorge um das tägliche Leben, um die Wiederurbarmachung der Felder, um die Erbauung des eigenen Heinis, um die Aufbringung der Abgaben an den König1) und um die Behauptung der zugewiesenen Gebiete gegen die feindlichen Machbaren“. Es ist im Hinblick auf diese Lage wahrlich nicht auffallend, das Josua und Serubabel sich ausser Stande sahen, das heissersehnte Ziel zu erreichen. Sollte es aber befremdlieh erscheinen, dass Kyros trotz der Fortdauer seiner Gunst die Verhältnisse in Jerusalem, besonders die des Tempel-׳ baues, die ihm nach der Einnahme Babels so sehr am Herzen lagen, jetzt so ganz und gar ihrem Schicksale überliess, so bedarf es nur einer Vergegenwärtigung der politisehen Situation, in der sich Kyros grade in jener Zeit, be״׳ fand, um diese Erscheinung für sehr natürlich zu finden. Aus den zahlreichen keilinschriftlichen Rechts- und Verwaltungsurkunden aus der Zeit nach dem ersten Regierungsjahre des Kyros über Babylon, wie aus den in den Tagen des Kambyses erlassenen Urkunden, geht deutlich hervor, dass Kyros Babylon und was damit zusammenhängt noch im ersten Jahre nach der Eroberung Babels seinem Sohne zur Verwaltung übergeben habe, so das Kambyses schon viele Jahre zu Lebzeiten seines Vaters König von Babylon war. Das Motiv für diese Erscheinung ist darin zu suchen, dass Kyros sogleich naih der babylonischen Eroberung in1 die nordischen Kriege verl) Nach Herodot kam auf die syriscli-phönizisclie Satrapi3 350 ״Talente Gold als jährliche Steuer ausser den Naturalleistungen. 25*

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