Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1902)
- Article
- Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
- Date
- 1902-09-01
- Page
- Seite 396 (sequence 2)
- Language
- German
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396 Die Wiederherstellung Israels unterden Achämeniden. fragte ruan, wie es zu erklären sei, dass Darius Hystaspis nur auf das erste günstige Ediet des Kyros Rücksicht nahm, nicht aber auf das zweite ungünstige? Und schliesslich: wie konnten die Juden es wagen, dem Satrapen nur vom ersten Erlass des Kyros zu berichten, nicht aber von dem zweiten,, durch den die Erlaubnis entzogen worden wäre? (Vrgl. ״IC ö n i g Einl. i. A. T. 0 0 r n i 1 1. Einl. i. A. T. M a r q u a 1* d Fundamente u. n. v. A.) Winckier KAT3 1902, hat auf Grund dieser auffälligen Erscheinung eine ganz neue Darstellung der historisch-politischen Entwickelung des persischen Reiches geliefert, in welcher der ganze Inhalt von Esra und Reh. auf den Kopf gestellt wird. In Wahrheit aber verhält sich die Sache ganz anders. Als die Führer der samaritanischen Deputation mit ihren Anträgen zurückgewiesen wurden, scheuten sie in ihrer Erbitterung kein Mittel, um den Tempelbau zu hindern. Diese Mittel werden hier (4, 5.) sehr genau angegeben. Nämlich: ״מרפים ומבהלים וסוכרים יועצים״, sie machten ihre :Hände schlaff, schreckten sie ab und dangen Rathgeber wider sie, um ihren Plan zu vereiteln“. In diesen Worten ist gar nichts anderes enthalten, als dass sie den Juden einerseits durch Drohungen aller Art, den Muth raubten, und sie andererseits durch verschiedene Beziehungen, in denen sie zu manchen der Eingewanderten standen, und durch schlaue Pläne und Rathschläge zum Ablass vom Tempelbau zu bewegen suchten. Von einem gewaltsamen Hindern seitens der Samaritaner, entweder direct mit der Faust oder indirect durch Denunciation beim persischen Hofe, wodurch der Weiterbau auf Befehl von oben eingestellt worden wäre, ist in diesem ganzen Berichte Nichts zu finden. Es bedarf nur einer gründlichen Einsicht in die Verhältnisse der jungen Colonie, um zu begreifen, dass es jenem Elemente nicht schwer werden konnte, diesen sehr einfachen Plan durchzusetzen. Die Anzahl der den ersten Zug bildenden, in die Heimath zurückkehrenden Exulanten war, um eine noch so kleine Provinz zu bevölkern, viel zu gering. Von diesen zogen die meisten in die Provinz und fanden sich nur zur Feier der Feste in Jerusalem zusammen (Esra 3, 1—8). So war nun die Anzahl der Juden in der Hauptstadt, welche auch noch zur Zeit des Neh. in verödetem Zustande geblieben war, eine recht geringe. Das war auch nicht anders zu erwarten. Wovon sollten sie denn in einer