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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-09-01 · Heft 9-10 (September 1902) · p. 395

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 9-10 (September 1902)
Article
Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
Date
1902-09-01
Page
395 (sequence 1)
Language
German
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Die Wiederherstellung Israels *unter clen Achämeniden. 395 Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden. Von Sigummd Jampel. (Fortsetzung). VII. Untersuchung von Esra IV, 1—5. Die feierliche Grundsteinlegung war nicht von Erfolg־ gekrönt. Die Samaritaner schmiedeten Ränke, um der Ent- Wickelung des neuen jüdischen Gemeinwesens hindernd in den Weg zu treten. Sie versuchten es zuerst mit guten Wot> ten und erbaten die Genehmigung, am jüdischen Tempelbau Theil nehmen zu dürfen und dachten so, das jiid. Gemeinwesen mit sich zu verschmelzen, wobei sie natürlich, als die Mehrzahl und die schon lange ansässig gewordenen, die Oberhand über die winzige Zahl der Eingewand erben erlangen würden. Als aber ihre Bitte abschlägig beschieden wurde (Esra IV, 3), suchten sie mit allen Mitteln, die ihnen zu Gebote standen,• die Pläne der Colooiöten zu hinter treiben, was ihnen auch gelang (4. 5). Durch diese Hemmnisse wurde, während der ganzen Lebenszeit des Kyros bis zum zweiten Regierungsjahre des Darius Hystaspis der Bau eingestellt (IV, 5). Dieser letztere Bericht von der Unterbrechung dea Tempelbaues ist von den meisten Exegeten als ״ten denziose Erdichtung des Chronisten״ hingestellt worden. Selbst solche Gelehrte, die eine Grundsteinlegung unter Kyros für geschichtlich halten, wollen doch diesen Be״ rieht von Esra IV, 5 nicht gelten lassen, denn 1. soll dieser Bericht mit Haggai 1, 6—11. in Widerspruch stehen weil der Prophet nicht hätte sagen können: die Hungersnoth sei eine göttliche Strafe für die Vernachlässigung des Tempelbaues, wenn ihnen das Bauen verboten worden wäre. Manche suchen nun allerdings diese Schwierigkeit zu lösen, indem sie annehmen, der Prophet habe dieses absichtlich verschwiegen, um so seinen Vorwurf -über ihre Lässigkeit, die ihm bekannt war, zu bekräftigen. Aber warum hat sich das Volk in unbegründeter Weise tadeln lassen? Ferner wird behauptet, dass dieser Bericht dem authentischen aramaischen Documente Esra 5, 16, widerspreche; denn dort werde gar keine Unterbrechung erwähnt. Man könnte weiter nicht begreifen, wieso Kyros, der aus eigener Initiative die Erbauung des Tempels befohlen hatte, jetzt plötzlich den Weiterbau desselben sollte haben einstellen lassen. Sodann Monatsschrift, 46. Jahrgang. 25

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