Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1902)
- Article
- Randbemerkungen zu Saadja's Pentateuchübersetzung
- Date
- 1902-07-01
- Page
- Seite 363 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829760-2829765-2884041--31497-2884130- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
]Randbemerkungen zu Saadja’e Pentateuchiibersetzung. 368 für den kritischen Nachweis genügen, wie S. nur dann von seinem aramäischen Vorgänger abweicht, wenn triftige Gründe ihn dazu bewegen. Doch gerade diese kritische Wahrnehmung erhöht noch umsomehr unser bereits früher geäussertes Befremden darüber, dass S. gerade bei der Stelle משה איש האלהים (5. M. 83, 1) von seinem Vorgänger ab weicht. Welchen triftigen Grund konnte er gefunden haben, die von O. gegebene Uebersetzung נביא דיי, durch die nur aus dem Islam hervorgegangene Bezeichnung רסול אללה zu ersetzen? Von sehr gelehrter und auch von mir seit Langem hochverehrter Seite wurde mir hierauf die scharfsinnige Entgegnung, dass S. gerade mit dieser aus dem Islam geschöpften Bezeichnung eine polemische Spitze gegen den Islam beabsichtigte: Die von Euch Eurem Propheten vindicirte Bezeichnung ״der Gesandte Gottes“ ist die eigentlich berechtigte Bezeichnung unseres Propheten Moses! — Allein der Islam giebt dieses Letztere selber zu. Die 61 Sure — סדרה אלצף — lässt Moses zu seinem Volke sprechen : יא קום קד תעלמון אני רסול אללה אליכם. David Kimchi (Comm. zu Hosea 2, 19) והסירותי את שמות הבעלים מפיה ולא יזכרו עוד בשמם, citirt eine Erklärung von ׳S.,׳ nach welcher das ieminiuum מפיה sich auf die Nation Israel, dagegen der Plural בשמם sich auf die nichtjüdischen Völker bezieht, dass selbst diese es unterlassen werden, Namen, die an ihren vormaligen Afterglauben erinnern, im Munde zu führen. Nun sollte S. selber jene Bezeichnung, die in den Ländern seiner Heimath Jedermann sofort an den Stifter des Islam erinnert, als einen Ehrennamen für unsere grössten Propheten gewählt haben?! — Dass die verschiedenen Ab- Schreiber der Saadjanischen Version sich nicht immer an den ihnen vorliegenden Wortlaut mit gewissenhafter Treue gehalten haben, lässt sich — wenn dieses noch eines Beweises bedürfte — auch aus der verschiedenartigen Wiedergabe des Ausdruckes עבד יי constatiren. 2. M. 14, 81, steht vor uns die Uebersetzung von ובמוסי. ובמשה עבדו רסולה, ebenso 5. M. 34, 5. Dagegen, 4. M. 12 ist 7 11. 8, obschon gerade an dieser Stelle Moses als der höchste, unvergleichliebste aller Propheten gefeiert wird, bei den Worten : לא עבדי משה p und ומדוע. לא יראתם לדבר בעבדי במשה die einfache, wörtliche gewiss ans Saadja’s Feder gekommene und unverfälscht gebliebene Uebersetzung : פי עבדי מרסי, uns erhalten geblieben. Monatsschrift, 46. Jahrgang■״ 23