Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1902)
- Article
- Geschichte des Achtzehngebets
- Date
- 1902-07-01
- Page
- Seite 353 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Geschichte des Achtzehngebets. 353 dass der Segensspruch gegen die Minäer schon in.Jabneh eingeführt wurde und somit die Zahl der Benedictionen der־* jenigen der Gotfcesnaraen im gedachten Psalm genau entspricht1). Auch aus dieser Stelle geht hervor, dass die Tefilla nur siebzehn Und erst nach ihrer Aenderung in Jabneh achtzehn Benedictionen hatte. Es kann somit als feststehend erklärt werden, dass die Tefilla zur Zeit R. Gamliel’s, also kurze Zeit nach der Zer- Störung des Tempels, aus siebzehn Benedictionen bestand. Als der Patriarch sie in Jabneh revidieren und endgültig redigieren liess, verfasste auf seine Veranlassung Samuel der Jüngere eine neue Benediction, die sich gegen die M i n ä e r2) richtete und in die Tefilla eingeschoben wurde. Weh man unter l) Die Erklärung der Stelle, die auf richtiger Zählung der Gottesnamen in Ps. 29 beruht, ist im Namen des Herrn Seminarrabiners Dr. Lewy von Joel in der Graetz-Jubelschrift S. 17S mitgetheilt. Die Commentatoren gingen an die Stelle mit dem Yorurtheil heran, dass hier von achtzehn Benedictionen schon die Rede sei und bezogen deshalb den Ein wand [אם יאמר לך אדם י״ז אינו auf die Zahl der Gottesnamen. Tbatsächlich aber enthält der' Psalm, ־wie die Zählung ergiebt, achtzehn Gottesnamen. .!Ferner passt zu der angenommenen Präge nicht die Antwort ,אמור לו של מיני] ובו, dass die Eulogie gegen die Minäer eine alte Einrichtung sei. Nur R. Elia Wilna hat in שמת אליהו trotz des ihm vorliegenden falschen Textes den richtigen Sinn der Stelle ermittelt, Bei ihm ist auch die Fortsetzung' richtig erklärt. Als R. Elieser b. Jose fragte, es stünde ja doch noch ein Gottesnamen im. Psalm, אל הכבוד, und es seien demnach wiederum neunzehn Namen und nur 18 Benedictionen, erwiederte man ihm, es heisst ja doch בולל של מינים כוי (der Gaon liest: כולל של דוד weil das ein neues Argument bildet, aber dieses hat keine Beziehung zum angezogenen Yers); darauf wird ein ge wendet, dass ja auch noch andere Benedictionen mehr als einen G ege ט stand behandeln und doch nicht die ausreichende Zahl Gottesnamen für jeden dieser Sätze vorhanden sei, so dass die ganze Analogie fallen gelassen und eine neue gesucht wird. Die unmittelbar folgende Analogie von den 18 Malen, in denen im Pentateuch die Namen der Patriarchen neben einander Vorkommen, [כנגד י״ח פעמים שאבות כתובי בתורה bildet nach der richtigen Erklärung des R. Elia Wilna ebenfalls eine Bestätigung unserer Ansicht. Es wird nämlich zunächst eingewendet, dass die Namen der Patriarchen sich 19 Mal vereint finden und daraufhin III M. 2642, wo sie in umgekehrter Reihenfolge stehen, ausgenommen. Sollte aber jemand nur 17 Stellen vermüthen, dann muss er auf II M. 3213 verwiesen werden, wo zwar Israel statt Jacob steht, aber doch alle drei Namen Vorkommen. Jedenfalls geht aus der Talmudstelle hervor, dass man achtzehn Verse als Analogie für achtzehn, nicht aber, wie in Babylonien, die Analogie für neunzehn Benedictionen (Ber. 28b) suchte. ף j. Ber. IYS, b. 28 b, wo statt צדוקים; selbstverständlich מינים zu lesen ist.