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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1902) · p. Seite 352

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1902)
Article
Geschichte des Achtzehngebets
Date
1902-07-01
Page
Seite 352 (sequence 23)
Language
German
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352 Geschichte des Achtzehngehetg. selbständig, noch konnten sie es bei dem Mangel :an entscheidenden Autoritäten sein. Es braucht ferner nur auf das Streben R. Gamliel’s nach Einheitlichkeit in der Reiigionsübung verwiesen zu werden, auf die Strenge, mit der er gegen Andersgesinnte zu verfahren verstand, und man wird sich der Einsicht nicht verschliessen können, dass in früher Zeit an eine in Palästina absichtlich vorgenommene Aenderung der Tefilla nach der angegebenen Richtung hin nicht zu denken ist. Endlich wäre die Ausdrucksweise der Mischnah (Berachot. IV, 3). ״R. Gamliel sagt: An jedem Tage soll man achtzehn Segensprüche beten“ höchst seltsam. Ihrem Zwecke nach soll diese klare Angaben über die verbindlichen Religionsbestimmungen machen; es wäre direct verwirrend, wenn in Wirklichkeit neunzehn Eulogieen schon zur Zeit des R. Gamliel geboten gewesen wären, während nach seinen eigenen Worten nur achtzehn in das tagliehe Gebet gehörten. Aber nicht bloss auf diese Erwägungen sind wir angewiesen, es existieren auch sichere Zeugnisse dafür, dass die Tefilla vor R. Gamliel aus siebzehn Benedictionen bestanden hat, und dass der Segensspruch gegen die Minim früher als derjenige für den messianischen Sprössling aus dem Hause Davids eingesetzt wurde. So ist hier 1. zunächst die Stelle zu nennen, die schon Landshuth, in seiner Annahme erschütterte. Hu1neri Rab. sect. 18 und Jelamdenu קרח g. E. heisst es im Anschluss an Hosea 14, 2 : טוב בגמטריא י״ז תפלה. י״ט ברכות? הוצא משם ברכת המינים שתיקנוה ביבנה ואת צמה דוד שתיקנו אחריו. Hier ist also der oben angegebene Entwicklungsgang klar dargestellt1), dass zunächst im Jabneh der Segensspruch gegen die Minäer, und erst später die Eulogie את צמה eingeführt wurde. 2. j. Ber. 1Y3 (8 a ob.) werden die verschiedenen bekannten Analogieen für die Zahl ״achtzehn“ in der Tefilla gegeben. R. Lewi vergleicht sie כנגד י״ח הזכרות שכתוב בהבו לד בני אלים. mit den achtzehn Gottesnamen im neunundzwangzigsten Psalm. Dazu bemerkt ergänzend R. Chona; אם יאמר לך אדם שבע עשרה אינון אמור לו של מינים כבר קבעו' חכמים ביבנה. Sollte dir jemand dagegen einwenden, dass es ja nur siebzehn Benedictionen in der Tefilla giebt, so erwidere ihm, 0 Zu der Begründung aus Ps. 262 vgl. die oben S. 340 angeführte Stelle Synh. 107 a.

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