Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1902)
- Article
- Geschichte des Achtzehngebets
- Date
- 1902-07-01
- Page
- Seite 351 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Geschichte des Achtzehngebets, 851 Schiiah als Schluss der Enlogie mitgeteilt בצלותא מצמיח קרן 1ישועה). Die babylonische Gemara und die unter ihrem Einfluss stehenden Midraschim* 2) zählten darum auch בונה ירושלם und מצמיח קרן ישועה als zwei verschiedene Stücke. Des Gegensatzes, welcher durch den Gebrauch der beiden Länder entstand, war man sich wohl bewusst3), aber man war mit der Ursache nicht mehr vertraut. Die Einführung der Benediction,gegen die מינים war als einzige Aenderung in der Tefillah bekannt, und so knüpfte man denn hieran an, um die Verschiedenheit zu erklären. Vielleicht hatte man damals schon die Auffassung, die Rabbi Jesaia di Trani in seinen Erklärungen zum Tract. Ta’anith4) vertritt, und welche durch Rapoport die herrschende geworden ist, dass nämlich die Palaestinenser auch nach der Aenderung durch R. Gamliel an der bisherigen Zahl der achtzehn Benedictionen fesL halten wollten und darum die damals fünfzehnte Benediction in der vierzehnten anfgehen Hessen5). Allein diese Ansicht kann der Kritik nicht standhalten. Eine solche Aenderung, wie die angenommene, müsste noch während der Zeit R. Gamliel’s oder kurz nach ihm durchgeführt worden sein. Nun ist aber kaum eine Möglichkeit denkbar, wie in den Tannaitengeschlechtern in Palästina eine wichtige Neuerung in der Liturgie vorgenommen sein soll, ohne dass sie auch nach Babylonien übertragen wurde. Weder waren die babylonischen Gemeinden um diese Zeit *) Im Commentar des B. Chananel zu Pesaehim wird der Text wörtlich wie in der Gemara mitgetheilt. In Megillah 17 b hingegen, lautet er: ואחריה ברכת צדיקים ואחריה ברכת דוד. Es wäre kühn zu foigern, dass ihm demnach בי ירושלים fehlte, weil das mit der Stelle in Pesaehim in Widerspruch wäre. Andererseits darf man nicht direct einen Schreibfehler vermuthen, weil auch תפלה fehlt; denn diese wird thatsächlich erwähnt, und die Darstellung könnte, wie es die Art des B. Chananel ist, abkürzon. In jedem Fall mag es genügen, die Stelle hier als auffallend zu bezeichnen. Sicher ist es kein Zufall, wenn der Commentator zu Bosch ha־Scha 32 a ohne jede Veranlassung die oben unter 6 angeführte Stelle des Jeruschalmi citiert. 2} Vgl, z. B. שבלי לקט, ed. Buber, S. 18 und ס, הגיון לב am Schluss der תפלה. 3) Vgl. z. B. Midrasch Tanchuma zu לירא, ed. Buber מ״ב, wo es heisst:.צריך אדם שיתפלל.י״ח.... משיבין לד׳ לוי והא בבבל אומרים י״ט 4) Dem ם, המכריע hinten angefügt, S. 85 b, woselbst der grösste Teil der oben angeführten Stellen zum ersten Male gesammelt ist. 5) Vgl. Bapoport a. a. 0. und Erech Millin S. 228 b, Landshuth a. a. 0. und Müller, חילופים, S. 47.