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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1902) · p. Seite 348

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1902)
Article
Geschichte des Achtzehngebets
Date
1902-07-01
Page
Seite 348 (sequence 19)
Language
German
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348 Geschichte des Achtzehngebets. gprüche vorfand, dass er einen neunzehnten hinzufügte, und den Namen ״Achtzehngebet“ nur deshalb beibehielt, weil derselbe im Volke weit verbreitet und tief eingewurzelt war. Die Verschiedenheit der Annahmen beruht aüf verschiedenen Auffassungen der jetzt als fünfzehnten geltenden Benediction את צמח für das zu erwartende messianische Reich. In der ganzen einschlägigen Litteratur wird dieselbe als vor der Zeit R, Gamliels verfasst angesehen. Rapoport hat in seiner Biographie Eleasar ha-Kalir's als erster darauf hingewiesen, dass in Bezug auf diese Eulogie lange Zeit eine Verschiedenheit im Ritus der palästinensisehen und der babylonischen Juden bestand; während diese sie als eine besondere Bitte behandelten, war sie im Ritus jener mit der vorhergehenden zu einer einzigen vereinigt1). Von ihm angeregt, hat Landshuth die Untersuchung von neuem aufgenommen und die Stellen, welche auf diese Verschiedenheit hindeuten, in dankenswerter Weise gesammelt, ohne aus der reichen Fülle des Materials neue Schlüsse zu ziehen. Er geht jedoch schon darin einen Schritt weiter, dass er am Ende seiner Ausführungen auf die Schwierigkeiten seiner Annahme und einen ihr widersprechenden Bericht aufmerksam macht. An ihn mag darum unsere Untersuchung und der Beweis, dass die Eulogie את צמח durch Theilung der früher bestehenden für Jerusalem entstanden ist2), anknüpfen. Gehen wir zuerst von der sicher bezeugten Thatsache aus, dass man in Palästina und den im Ritus davon abhängigen Ländern bis tief in das Mittelalter hinein die beiden Eulogieen, für Jerusalem ולירושלים und für das zu er״ wartende messianische Reich לאת צמח vereinigte. Zum Beweise seien hier zunächst die einschlägigen Stellen des jerusalemischen Talmuds angeführt: 1) Ber. II, 4 (5 a) IV, 3 (8 a) und Taanith II, 2 (65 c) wird die Stelle der Tosefta Berachot III, 25 citiert, welche für die .Tefillahf achtzehn Benedictionen vorschreibt und hinzufügt כולל . ... שי ל דוד בנוגה־ ירושלם. : 2) j. Ber. II, (4d) wird die Disposition der Tefillah" angegeben und dabei der Inhalt der einzelnen Benediotionen ganz kurz zusammengefasst. Auf צדקינו במשפט, der Inhaltsangabe.vqn על הצדיקים, folgt בנה ביתך entsprechend ולירושלים *) Ygl. Bikkure Haittim, X. Jahrgang, Kalir, Anmerk. 28 und 38, ferner die Nachträge zu Nr.' 33 im XI. Jahrgang, 2) Monatsschrift a. a. 0.

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