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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1902) · p. Seite 347

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1902)
Article
Geschichte des Achtzehngebets
Date
1902-07-01
Page
Seite 347 (sequence 18)
Language
German
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IRI
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Geschichte des Achtzehngebets. 347 wiedergeben. Das Fastenritual ist älter als die Zahl achtzehn der täglichen Benedictionen. Auf dem Punkte, an den wir die Tefillaj^ geführt haben, bestand dieselbe erst aus sechzehn 1Stücken. Nur an Fasttagen wurden weitere sieben Bitten eingeschoben, die eine alte Mischnah auf־ zählt . . , הראשונה . ... על השביעית by. Die erste dieser sieben Benedictionen begann mit ראה בענינו und schloss mit גואל ישראל. Allmählich als die Not des^ täglichen Lebens häufiger und ständig wurde, behielt man dieses Stück für den täglichen Gottesdienst bei. An Fasttagen wurden jetzt nur noch sechs aussergewöhnliche Bitten eingefügt und die erste ראה בענינו, erweitert1), so dass man nominell2) noch in Einklang mit der alten Ordnung war. Die Entwickelung der Tefillah ging weiter. Sie erweiterte sich mit der Zeit auf achtzehn Benedictionen oder an Fasttagen auf 18 und 6 24, wie der Anfang der Mischnah laufet. Unsere Mischnah hat beide Teile aus verschiedenen Zeiten neben einander und bietet dadurch eine ausserordentliche Schwierigkeit, für den einfachen Wortsinn, hilft uns aber andererseits das Geheimniss der Entstehung der so strittigen Eulogie ראה בעני lösen. Dieselbe gehörte ursprünglich der Fastenliturgie an und kam aus dieser als siebzehnte in die Benedictionen der täglichen Tefilla; auch ihre Stellung ist nunmehr klar, denn die Fastenliturgie knüpfte naturgemäss, wie auch heute noch, an das Gebet um Verzeihung der Sünden an. So bestand die Tefilla^ zur Zeit des Untergangs des jüdischen Staates aus siebzehn Benedictionen. In diesem Umfange fand sie R. Gamliel II vor, als er um das Jahr 80 zum Patriarchen, gewählt wurde. Ihm ist, wie bereits oben angedeutet wurde (S. 335), die nochmalige Redaction der Tefillalf sowie die Einfügung einer achtzehnten Benediction und damit die Bestimmung des Namens ״Achtzehngebet“ zu danken3). Bevor wir jedoch auf die Wirksamkeit R. Gamliels eingehen können, müssen wir zunächst die hier aufgestellte Behauptung rechtfertigen, dass der Pa- \ triarph thateächlich nur sie b z ehn Benedictionen übernahm und ,erst , die achtzehnte hinzufügte. Dieselbe yerstösst gegen die allgemeine Annahme, dass R. Gamliel schon achtzehn Segens״ 1) Daher die Antwort מאי שביעית שביעית לארובה כדתניא בגואל ישראל מאריך וכן!,, vgl. jer. Ber. 18 (3c). 2) Vgl, die Commentare zur Stelle. 3) Vgl. Monatsschrift 1886, S. 158. Monatsschrift, 46. Jahrgang1. 22

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