Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1902)
- Article
- Geschichte des Achtzehngebets
- Date
- 1902-07-01
- Page
- Seite 346 (sequence 17)
- Language
- German
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346 Gesohichte des Aektzehngebets. keit hingestellt wird (כי המרו אמרי אל v. 11) und dann zu den von Krankheiten Erretteten übergangen wird (v. 17 ff.), so sollen nach ihm auch in der Tefilla die Benedictionen YI—YIII mit entsprechendem Inhalt aufeinanderfolgen, Zu geistvoll ist diese Hypothese, um richtig zu sein; Luzzatto beruft sich auf den Text im Sifre (Deb. 343), wo in der Inhaltsangabe der Tefilla קדוש ארצה ונורא שמך und dann ואח״כ מתיר אסורי׳ ואה״ב רופא חולים citiert werden, und will darum ימתיר אסור׳ für identisch mit der Benediction ראה erklären. Allein jener Text ist keineswegs so gesichert1), dass weitgehende Schlüsse daraus gezogen und diese Gleichstellung, für die in der ganzen Litteratur kein Anhalt mehr vorhanden ist, gefolgert werden könnte. Somit bliebe es dabei, dass das Stück allgemeinen nationalen Inhalt hat, und wegen seiner Identität mit dem vierzehnten sowie seiner Placierung müssten wir zur Bemerkung Zunzens zurückkehren: ״Die siebente Benediction erscheint jetzt theils überflüssig, theils am Unrechten Ort.a Indessen ist uns hier die Auskunft nicht verschlossen, wenn wir den Ursprung richtig erkennen. Die Mischnah Taanit II bespricht die Ordnung des Gottesdienstes an allgemeinen Fasttagen. Die Bestimmung über die Teffilah lautet: ואומר לפניהם כ״ד ברכות dass man vierundzwanzig Segenssprüche an einem solchen Tage zu beten habe. Trotzdem dieselben dann dahin specialisiert werden, י״ח שבכל יום ומוסיף עליהן עוד שש, dass es die achtzehn tägliehen und noch sechs besondere Segenssprüche seien, werden doch bald sieben für den Fasttag bestimmte Ein- Schaltungen angegeben :על הראשונה . . . על השניה . ... על ה שביעית. Der babylonischen Gemara ist diese Schwierigkeit nicht entgangen, darum wirft sie die Frage auf: ועי 16) שש שבע הוויין? b). Ihre Antwort, dass thatsächlich nur sechs Benedictionen eingeschaltet und die in der Mischnah als erste Benediction bezeichneten Sätze in die Eulogie גואל ישראל eingefügt wurden, mag wohl für spätere Zeit berechtigt sein, dürfte jedoch dem ursprünglichen einfachen Sinn der Anordnung kaum entsprechen. Yielmehr scheint unsere Mischnah aus zwei nicht homogenen ,!heilen zu bestehen, die den Thatbestand verschiedener Zeiten *) Vgl. Friedmann’s Anmerkung zur Stelle S. 142 b und;Lekach Tob (ed. Venedig 1546) 90 d.