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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1902) · p. Seite 343

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1902)
Article
Geschichte des Achtzehngebets
Date
1902-07-01
Page
Seite 343 (sequence 14)
Language
German
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Geschichte des Achtz elingeb et s. 343 schwung der heiligen Stadt und schloss mit den "Worten 1השוכן בציון). Das Beispiel des Propheten Jeremias, der den jüdischen Exulanten in Babel zurief, für das Wohl der Stadt ihrer Gefangenschaft zum Ewigen zu beten (Jer. 29, 7) macht es höchst wahrscheinlich, dass die Israeliten im eigenen Lande für das Wohl ihrer Hauptstadt beteten* 2). Die gedankliehen Parallelen ferner in den Psalmen, in denen die Gnade Gottes für die Stadt des Heiligthums erfleht wird3), das Gebet des Hohenpriesters für das Heiligthum4), vor allem aber der Spruch des Sirach5); ״Erbarme dich Jerusalems, deiner heiligen Stadt, der Stadt deiner Ruhe; erfülle Zion mit deiner Bereitwilligkeit, und mit deinem Ruhme dein Volk“ machen es zur Gewissheit, dass mehrere Jahrhunderte vor der Zer- Störung des Tempels innige Gebete um den Schutz des Heiligthums und der Stadt, die es in sich barg, verrichtet wurden. Ihren Platz erhielt die Benediction für Jerusalem hinter denjenigen, welche Anliegen des Einzelnen betrafen, doch vor der Bitte um Erhörung des Gebets. Aber die anderen nationalen Eulogieen sind wohl nicht vor der Zeit der makkabäischen Erhebung entstanden. In der zehnten beten wir um die Sammlung der Zerstreuten und um die Rückkehr der Verbannten. Das Thema ist alt und wird schon von den Propheten behandelt, wo sie den vollen Glanz des künftigen Israel schildern; doch das Traurige an der Thatsache der Zerstreuung ist dem jüdischen Volke vor der syrischen Bedräagniss nie zum vollen Bewusstsein gekommen. Dass ein grosser Theil des Volkes in Babylonien zurückgeblieben und aus dem Exil nicht zuriiekgekehrt war, wurde bei den vielen engen Beziehungen und dem regen Verkehr zwischen beiden Ländern als Spaltung des Volkes nicht verspürt. Die wachsende Verbreitung der Juden in Aegypten und in den Mittelmeerländern hingegen, die Hinneigung vieler zu griechischer Sprache und Sitte und die Entfremdung vom Vaterlande musste im Augenblick des Ansturmes des Hellenenthums als eine schwere Gefahr, als Selbstzerstörung erkannt werden. Aus der Zeit der Makkabäer b jer. Joma 44 b ob. 2) Monatsschrift 1886, p. 159. 3) Vgl. Landshuth’s Commentar S. 63. 4) Joma das. und 53 b. 5) Cap. 36, 18. 19 (S. 77 der Cassel’schen Uebersetzung), Schechter, The Wisdom of Ben Sira, S. 16.

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