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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1902) · p. Seite 341

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1902)
Article
Geschichte des Achtzehngebets
Date
1902-07-01
Page
Seite 341 (sequence 12)
Language
German
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Geschichte des Achtzehngebets. 341 wenig Gelegenheit derselben zu gedenken. You denjenigen, deren sie Erwähnung thut, begegnet uns für die jetzt neunte Benediction der Namen ברכת השנים in einer Angelegenheit, deren Behandlung ebenfalls in alte Zeit zurückweist. DaR Gebet selbst um Segen der Landwirtschaft verräth, dass bei seiner Entstehung diese noch den wichtigsten Erwerbszweig der Bevölkerung bildete, dass die Nation in ungetrübter Freude den Ertrag ihres Bodens genoss, und dass fremde Unterdrückung den glücklichen Besitzer nicht belästigte, Für die vierte und sechzehnte, Einleitung und Schluss der mittleren Stücke, denen wir ebenfalls hohes Alter zusprechen, hat die Mi8ehnah keine besonderen Namen, allein hier bleibt zu bedonken, dass die sechzehnte selbst in späterer Zeit noch keine Benennung nach dem Inhalt hatte2), und dass der Namen der vierten sehr lange schwankte, dass es somit zur Erleichterung des Verständnisses dass Richtigste war, dieselben nach den Schlussworten zu bezeichnen. Beide Benedicfcionen sind ganz allgemeinen Inhalts, die eine (XYI) bildet einen vortrefflichen Abschluss und eine gute Zusammenfassung des ganzen Gebets, wie sie schon der Hohepriester in dem oben erwähnten Ritual für den Versöhnungstag anwendete4). Die andere enthält eine für den jüdischen Geist bezeichnende und ehrenvolle Eröffnung des Gebets, und galt schon den Alten als so wichtig und als Einleitung so bedeutsam, dass R. Jehuda ha-Nassi sie auch für den Sabbath verwenden wollte mit der sinn entsprechenden Begründung, dass Einsicht die Grundlage der Religion und des Gebets bilde5). Endlich finden wir an einer alten Stelle des Sifre6) in einer kurzen Inhaltsangabe der Tefilla zwischen die ersten und letzten Benedictionen רופא חולים eingeschoben, was ebenfalls darauf hinweist, dass man schon in ältester Zeit Bittgebete einfügte. Mag die letzte Stelle, deren Text nicht ganz feststeht, auch nicht durchaus beweiskräftig sein, so können wir doch aus allen anderen angeführten Gründen entnehmen, dass die Tefilla in ihrer ältesten Gestalt nicht die ersten und letz t e n Benedictionen allein umfasst haben kann, son- *) Sabb. *24 a. 2) Nur Meg. 18a findet sich dafür תפלה♦ 4) Joma 70 a u. jer. Joma 44b. 6) j. Ber. v, 2 p. 9 b תמיהגי היאך ביטלו הונן הדעת בשבת אם אין דיעה תפלה מניין♦ 6J Vgl. oben S. 827.

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