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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1902) · p. Seite 340

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1902)
Article
Geschichte des Achtzehngebets
Date
1902-07-01
Page
Seite 340 (sequence 11)
Language
German
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340 Geschichte des Achtzehngebets. Aus diesem Nachweis für das hohe Alter der genannten Benedictionen am Anfang und am Schluss der Tefilla folgt jedoch keineswegs, dass sie allein so weit zurückreichen, und dass die älteste Tefilla lediglich aus diesen sechs Stücken bestanden habe, ohne dass irgend welche Einschaltung dazwischen getreten wäre1). Die Tefilla ist ja doch zunächst dazu bestimmt, die Wünsche und Anliegen des Herzens zu äussern, und gerade die älteste Zeit müsste dieses Ursprungliehe Bestreben recht klar wiederspiegeln. Nun enthalten aber diese Sprüche keineswegs das von der Mischna unter רחמים ותחנונים (Abot 113נ) verstandene Flehen um Erfüllung unmittelbarer persönlicher Wünsche. Auch die Thatsache, ״dass nach einer uralten Einrichtung gerade jene Stücke für alle Tage des Jahres bestimmt sind, während die übrigen Theile der Tefilla von den Sabbathen und Festen ausgeschlossen bleiben״, bildet nicht unbedingt ״ein deutliches Merkmal höheren Altersman würde, ohne an seinem Inhalt etwas zu ändern, das Wochentagsgebet kaum vollständig für die Festtage übernommen haben. Denn das war das Wesentliche, das Gebet für die Sabbathe und Festtage durch den ganzen Ton, nicht nur durch eine Einschiebung zu verändern. Wir finden ferner nirgends ein Zeichen dafür, dass einmal nur diese allgemein gehaltenen Stücke die Tefilla gebildet hätten; da, wo sie abgekürzt werden .soll, wird zwischen die drei ersten Huldigungs- und die letzten Dank-Gebete immer noch ein die mittleren Benedictionen zusammenfassendes Bittgebet eingeschaltet oder unter vollständiger Weglassung derselben nur ein kurzes Bittgebet verrichtet2). Gehen wir wiederum auf den Tempelcultus zurück, so erfahren wir, dass die Männer des Maamad, wenn sie nach beendetem Opferdienst sich zur Andacht versammelten, ebenfalls das Achtzehn gebet, oder sagen wir die Tefilla, sprachen2). Die Priester im Heiligtum konnten bei dem Bekenntniss und der Lobpreisung Gottes es bewenden lassen, ihr Gebet hestand im Segen für Israel. Die Gemeinde aber musste Bitten und Flehen um Gewährung menschlicher Wünsche einfügen. Freilich finden wir für die mittleren Sprüche in der Mischnah keine besonderen Namen, aber sie hatte auch J) Zanz das. und K. S. 2, Landshuth, Sicldar, S. 53. *) Ygl. Ber. IV2 und die Erläuterungen im Talmud fol. 29.

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