Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1902) · p. Seite 339

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1902)
Article
Geschichte des Achtzehngebets
Date
1902-07-01
Page
Seite 339 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2829132-2829760-2829765-2884040--31472-2884106
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Geschichte des Aehtzehngebets. 339 Diese ersten und letzten Benedictionen der Tefilla ist man nach Z un z ens Vorgang gewohnt als den frühesten Bestandteil derselben zu betrachten. Eine alte Mischnah1), die den Festgottesdienst für den Neujahrstag bestimmt, gedenkt ihrer mit eigens für sie geprägten Benennungen : סדר ברכות אומר אבות וגבורות2) וקדושת השם ..... ואומר עבודה והודאה וברכת ״ (3*כהניםEinige Ausdrücke erinnern an das Buch Esther und die ältesten Giossatoren der Psalmen, die Lehre der Auferstehung4) beginnt etwa bald nach jener Epoche sich zu verbreiten; nichts verräth eine tiefere Jugend, vielmehr konnte die Ankunft des Erlösers auch während der Zeit des zweiten Tempels, zumal unter der Herrschaft der Syrer, erfleht werden5). Der Inhalt dieser sechs Sprüche, die höchsten National-Interessen und des Einzelnen dringendstes Bedürfnis aussprechend, ist zugleich Gebet und Hymnus; die Sprache passt für die Zeit des Hohenpriesters Simeon'16). ....אמר להם הממונה ברכו ברכה אחת והן ברכו קראו עשרת הדברות שמע ברכו את העם נ׳ ברכות אמת ויציב ועבודה וברכת כהנים. Dies der Text der Ausgaben; die "Worte את העם bieten die grösste Schwierigkeit, sie bedeuten weder ״segneten das Volk mit drei Segenssprüchen“ denn die folgenden אמת ויציב können als Segnungen des Volkes schlechterdings nicht gelten, noch können sie ״mit dem Volke“ übersetzt werden (Baschi in Ber. 11 b), da ausser dem Maamad V01k nicht anwesend war, und dieser sich still verhielt. Die Worte את העם sind in der Mischnah nicht urspriinglich. B, Hai Gaon (Kesp., ed. Harkavy, Nr. 258) las sie nicht, die Schitah hat sie gestrichen, und Bertinoro scheint sie absichtlich zu übersehen; vgl. Eabbinowicz, Dikduke Sofrim 126. E. Hai ebdas. versteht unter שלש בלבות die ersten Benedictionen der Tefillah; dann müsste freilich אמת ויציב vor וברכו ג׳ ברכות genannt sein. Thatsächlich hat Giaetz (Geschichte II, 2, S. 187, Anm. 4) ohne das Besponsum zu kennen, so emendiert, und danach ist oben der Inhalt angegeben. ג) Bosch ha-Schanah IV5. 2) In der Mischnah Ber. V2 findet sich dafür תחיית המתים, siehe darüber den speciellen ׳!heil. 3) Das bedeuted hier ebenso wie in Tamid V1 das Stück. שים שלום, rgl. Maimuni und BABD zu Tamid V1; für den Priestersegen hat die Mischnah den Ausdruck הכהנים נושאים את כפיהם Taan. IV1, vgl. Tamid VII2, Ber. V4. 4) Wenn Loeb (REJ XIX, p. 18) aus Ps. 8811 schliesst, dass die Psalmen den Glauben an die Auferstehung nicht kennen, so lassen sich zunächst dieser Auslegung exegetische Bedenken, vor allem aber Stellen wie Ps. 1610, 4916 u. v. a. entgegeastellen. 5) Es liesse sich als Parallel© dazu die Bitte לא יעדי עבד שולטן דבית ידידה (Joma 53b) anführen,־ das ומביא גואל, auf das Zunz hier anspielt, ist aber gar kein Gebet, sondern ein Glaubenssatz (vgl. Landshuth, S. 54). G) Zunz, G. V.2, S. 380.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.