Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1902) · p. Seite 338

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1902)
Article
Geschichte des Achtzehngebets
Date
1902-07-01
Page
Seite 338 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2829132-2829760-2829765-2884040--31471-2884105
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

338 Geschichte des Aehtzehngebets. im einzelnen kamen noch zahlreiche Abweichungen vor. Es verlängerte und verkürzte gar mancher das Gebet. Auch die Zahl der Benedictionen war vielleicht nicht allgemein anerkannt. Dem gegenüber forderte ß. Gamliel, dessen Streben nach ausnahmsloser Uebereinstimmung und strenger Ordnung in religiösen Einrichtungen auch sonst bekannt ist1), Einheitlichkeit im Gebete, setzte einen für alle verbindlichen Inhalt des Gebetes fest und bestimmte durch Einfügung einer neuen die Zahl von achtzehn Benedictionen für die tägliche Andacht2), Den Grundstock der schon vorhandenen Tefillali aber übernahm der Patriarch aus der Vorzeit. Den ältesten Theil unserer Tefilla scheinen die letzten Bitten derselben zu bilden. Die Namen der siebzehnten und achtzehnten, עבודה und הודאה, finden sich bereits in der dem Hohepriester für den Yersöhnungstag von der Mischnah3) vorgeschriebenen Liturgie. Ihr Inhalt wird freilich im babyionischen Talmud durch den Hinweis auf die üblichen gleich» namigen Benedictionen durch das Wort 4כתיקנה) erledigt, und in ihrer heutigen Fassung schliesst die Eulogie der Aboda die Entstehung vor der Zerstörung Jerusalems aus, allein im Jeruschalmi lesen wir, dass die Benediction על העבודה mit einer Formel, die dem beim Priestersegen am Fest» tag noch üblichen Schluss dieser Benediction gleich oder ähnlich ist, und dass diejenige על ההודייה fast ebenso wie heute הטוב לך להודות endigte5). Desgleichen finden wir die Aboda in der für die Priester geltenden Ordnung des täglichen Gottesdienstes im Heiligtum zu Jerusalem. An jedem Morgen, nachdem das tägliche Opfer dargebracht war, begaben sich die Priester und der ihnen beigesellte Maamad nach der Quaderhalle, der Tempelsynagoge6), um das Morgengebet zu verrichten; es wurden die Zehngebote, das Schema mit den zugehörigen Benedictionen, die drei ersten und die drei letzten Stücke des Achtzehngebetes recitiert7). J) Graetz, Geschichte der Juden, IV s, 30 ff. 2) Berachot IVS. 3) Joma VII!. 4) Joma 70a (nach Tos. Jom ha־kippurim IV18. ed. Zuckerm., S. 185), 6) jer. Joma 44b oben שאותך נירא ונעבוד; jer. Sota 22׳a sowie im Commentar des K. Chananel zu Joma findet sich שאותך לבדך'ביראה נעבוד. Derenbonrg (EEJ. VI65) ist die Stelle im Jer. entgangen. 6 ־) Heizfeld, Gesell, des Volkes Israel bis zur Einsetzung des Makkabäers Schimon 12, S. 398. 7) Tamid iv Ende, v, וירדו ובאו'להם׳ ללשכת הגזית לקרות את שמע

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.