Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1902)
- Article
- Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
- Date
- 1902-07-01
- Page
- Seite 324 (sequence 24)
- Language
- German
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324 Di0 Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden. sagt (Hag, 1, 8) ״עלו ההר והבאתם עץ ובנו הבית״ gehet auf den Berg und bringet Holz u. 8. w.?“ Wie wollen ferner diejenigen Exegeten, die in Esra 3, 12 eine .Nachahmung von Haggai 2, 3 sehen, die "Worte ומה אתם ראים אתו עתה הלא כמוהו כאין בעיניכם" sich erklären? Wie konnte der Prophet von einem Bau, dessen Grundsteinlegung erst am 24. Kislew stattfand (Hag. 2, 18), schon am 21. Tischri (Hag. 2, 1—3) sagen ״wie sieht bei Euch dieser Tempel so gering aus gegenüber dem alten?“ Was war denn von dem zweiten Tempel jetzt schon zu sehen? Sicherlich noch nicht einmal ein kleiner Theil des Baumaterials (Vrgl. Hag. 1, 18. 2, 1). Ist man da nicht vielmehr gezwungen zu der Annahme, dass der Prophet hier die Eindrücke von vor 16 Jahren beim Volke voraussetzt? Kosters begnügt sieh endlich nicht mit dem Abstreiten der Grundsteinlegung zum Tempel im Esra 3,7—13, sondern er weist auch den Bericht des Altarbaues (3, 2—6) als ungeschichtlich zurück. Seine Beweise hierfür sind folgende; I. Es ist undenkbar, dass die Zurückgebliebenen nicht schon lange vorher einen Altar errichtet hätten. II. Es wird hier ein Gesetzbuch erwähnt (3, 2), welches erst in Nett, c, VIII gegeben worden ist. Darauf ist zu erwidern : Zu I. Dass die Ueberreste des Zehnstämmenreiches, die mit den hinzugekommenen heidnischen Volkselementen sich so ganz vereinigt hatten, dass sie ihre zahlreichen eigenen Cultusstätten besassen und an jedem anderen Orte lieber Altäre gebaut haben, als in dem ihnen seit .Jahrhunderten verhassten Jerusalem, ist geschichtlich so sehr einleuchtend, dass Meyer daraufhin den Bericht von Esra 4, ,2 verwerfen zu müssen glaubt. Kosters wild die geschichtlich begründete Abneigung der nordpalästinensischen Juden gegen Jerusalem auch nicht leugnen können. Ob damals überhaupt schon in Jerusalem selbst eine jüdische Gemeinde der Zurückgebliebenen bestanden habe, werden wir unten bei der Untersuchung von Esra c. III zu erfahren Gelegenheit haben. Was steht denn Kosters im Wege, mit sämtlichen Exegeten anzunehmen, dass der Altar, auf den Haggai 2, 14 hinweist, derselbe von Esra 3, 2 ist? Zu II. Dass mindestens das Deuteronomium damals schon existiert habe, giebt Kosters an zahlreichen Steilen seines Bnches als selbstverständlich zu, und dies ist auch von keinen|Kritiker der Welt bezweifelt worden. Nun sind denn